Schloss Clemenswerth
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Mit eigenen Projekten und Kooperationen setzen wir thematische Schwerpunkte und stärken so die Vielfalt des kulturellen Angebots. Dabei arbeiten wir eng mit kommunalen und staatlichen Stellen zusammen sowie mit lokalen, regionalen und grenzübergreifenden Partnern, um auch die überregionale und internationale Zusammenarbeit im Kulturbereich zu stärken.
Projekt "Erinnern, um nicht zu vergessen"
Eine Erweiterung des Projekts Lost Wings Stichting Luchtoorlog Onderzoek Drenthe (SLO Drenthe)
Um an das Ende des Zweiten Weltkrieges, die Befreiung der Niederlande und an seine Opfer zu erinnern, wurde das Projekt "Lost Wings" ins Leben gerufen. Gerade in Zeiten wieder erstarkenden Nationalismus ist die Wahrnehmung Europas als Friedensprojekt wichtiger denn je. Ziel war es, dies als Anlass zu nehmen und anhand von ausgewählten Flugabsturzstellen der Kriegsereignisse in der deutsch-niederländischen Region zu gedenken.
1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem Angriff des damaligen Deutschen Reiches auf Polen. Als Folge erklärten Großbritannien und die USA Deutschland den Krieg und es erfolgten ab 1940 die ersten britischen Fliegerangriffe, an denen sich ab 1943 auch die amerikanische Luftwaffe beteiligte.
Häufig lagen das Emsland und die Grafschaft Bentheim auf dem Flugweg der alliierten Flugzeuge zu ihren Zielen in Deutschland -wie die Bombardierung von Industrieanlagen, Städten und Verkehrswegen- und wieder aus Deutschland heraus. Die deutsche Luftwaffe versuchte die alliierten Flugzeuge frühzeitig abzuwehren und so entwickelten sich gerade über dem Grenzgebiet Deutschlands und der Niederlande häufig Luftgefechte beim Ein- und Ausflug der alliierten Bomber und Jagdflugzeuge mit der deutschen Luftwaffe. Dabei sind über der Grafschaft Bentheim, dem Emsland und den grenznahen Niederlanden viele der alliierten Bomber und der alliierten und deutschen Jagdflugzeuge abgeschossen worden. Oft kamen dabei Besatzungsmitglieder der alliierten Flugzeuge ums Leben oder gerieten verwundet, aber auch unverletzt in deutsche Gefangenschaft. Bei der deutschen Luftwaffe gab es ebenfalls viele Verluste bei den Luftkämpfen.
Der grenzenlose Luftkrieg über Europa, insbesondere auch über dem Grenzgebiet von Emsland, Grafschaft Bentheim und der Provinz Drenthe, erforderte eine grenzüberschreitende Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur an dieses Ereignis. Die kooperative Aufarbeitung und das gemeinsame Gedenken ließen die Barrierewirkung der Grenze abbauen. Dadurch entstand ein Beitrag deutsch-niederländischer Erinnerungskultur, der auf gegenseitigem Respekt und unterschiedlichen Perspektiven beruht.
Das Projekt „Erinnern, um nicht zu vergessen“ hat zwischen 2021 und 2022 exemplarisch anhand von dreizehn Absturzstellen die Schicksale der Piloten und Maschinen rekonstruiert. Dafür sind Tafeln entlang einer Fahrradroute installiert worden, die über die meist jungen Männer und deren Schicksale berichten. Die dortigen Schilderungen geben Einblicke in das damalige Geschehen in der Grafschaft Bentheim und dem Emsland als Mahnung für den Frieden.
Die Absturzstellen sind so ausgewählt worden, dass sie eine Route im Emsland (Twist) und eine in der Grafschaft Bentheim (Emlichheim) bilden, die mit dem Fahrrad erkundet werden kann.
Am 27.08.2022 wurde die Radroute mit einer Gruppe und 2 Experten des Projektes eingeweiht.
Absturzort: Twist, Schöninghsdorfer Straße
Umstände: Absturz in Folge von Angriff in der Luft
Zeitpunkt des Absturzes: 08.04.1944
Maschine / Flugzeug (Modell): Focke-Wulf 190 A6, Werknummer 470 046
Nation & Einheit: Luftwaffe der deutschen Wehrmacht, 2. Staffel, Jagdgeschwader 26
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Pilot Emil Babenz; gefallen
Mission / Ziel des Fluges: Flugstaffel vom Flugplatz Florennes (Belgien) mit dem Ziel des Abschusses von US-Bombern
Am 8. April 1944 stürzte das deutsche Jagdflugzeug Focke-Wulf 190 der 2. Staffel des Jagdgeschwaders 26, die „Schwarze 1“ genannt, bei einem Luftkampf ab. Die Staffel war vom Flugplatz Florennes in Belgien zur Bekämpfung von amerikanischen Bombern gestartet. Dabei kam es im Bereich von Lingen gegen 15.45 Uhr zu Luftkämpfen mit den alliierten Bombern und deren Begleitjägern. Ein amerikanischer Pilot feuerte auf eine Focke-Wulf, worauf diese nach unten stürzte, bei Rühlertwist auf den Boden aufschlug und den deutschen Flugzeugführer, Oberfeldwebel Emil Babenz, mit in den Tod riss. Babenz galt mit 335 Feindflügen und 24 Abschüssen als erfahrener Pilot.
Absturzort: Twist, Am Kanal
Umstände: Luftkampf zwischen US-Luftwaffe und deutschen Fliegern
Zeitpunkt des Absturzes: 10.02.1944
Maschine / Flugzeug (Modell): Focke-Wulf 190 A7, Werknummer 430690
Nation & Einheit: Luftwaffe der deutschen Wehrmacht, 3. Staffel/Jagdgeschwader 11
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Unteroffizier Martin Weipprecht gefallen
Mission / Ziel des Fluges: Angriff auf Braunschweig
Am 10. Februar 1944 gab es über der Grafschaft Bentheim und dem Emsland heftige Luftkämpfe zwischen amerikanischen Bombern und deren Begleitjägern auf der einen Seite und deutschen Jagdflugzeugen auf der anderen Seite. Die amerikanischen Flugzeuge kamen gegen Mittag von einem Angriff auf Braunschweig zurück, als der deutsche Unteroffizier Martin Weipprecht im Luftkampf mit den amerikanischen Flugzeugen abgeschossen wurde und dabei in der Nähe dieser Tafel ums Leben kam. Im letzten Moment sprang Unteroffizier Weipprecht zwar aus seinem abstürzenden Flugzeug ab, aber die Höhe reichte nicht mehr aus, dass sich der Fallschirm öffnen konnte. Als Unteroffizier Weipprecht gefunden wurde, war der Fallschirmpacksack offen, der Fallschirm herausgezogen, aber nicht entfaltet. Weipprecht wurde 23 Jahre alt.
Absturzort: Twist, Am Kanal
Umstände: Missglückte Notlandung wegen Treibstoffmangels im Moor
Zeitpunkt des Absturzes: 01.01.1945
Maschine / Flugzeug (Modell): Messerschmitt Me 262
Nation & Einheit: Luftwaffe der deutschen Wehrmacht, 1. Staffel Kampfgeschwader 51 (J)
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Erich Kaiser verwundet, Tod am 03.01.1945
Mission / Ziel des Fluges: Bombardierung von Brücken bei Lüttich in Belgien
Am 1. Januar 1945 gab es nahe dieser Tafel die Notlandung eines deutschen Düsenjägers der Bauart Messerschmitt Me 262 der 1. Staffel des Kampfgeschwaders 51 (Jäger), genannt „Edelweiß“. Der Flugzeugführer, Oberfeldwebel Erich Kaiser, kam von einem Einsatz gegen die Brücken von Lüttich in Belgien zurück, und wollte auf dem Flugplatz Hopsten landen, als dieser gerade von alliierten Flugzeugen angegriffen wurde. Kaiser wich nach Norden aus und musste dann bei Twist wegen Treibstoffmangels im Moor notlanden. Dies misslang ihm, sodass er schwer an der Wirbelsäule verletzt, zwar noch ins Meppener Lazarett kam, dort aber am 3. Januar 1945 verstarb.
Absturzort: Neuringe, Bathorner Diek
Umstände: Abschuss durch deutsche Luftwaffe Zeitpunkt des Absturzes: 06.03.1944
Maschine / Flugzeug (Modell): US B-17-Bomber „Shack Rabbits“
Nation & Einheit: US Air Force
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Fünf Soldaten starben, fünf kamen in Kriegsgefangenschaft
Mission / Ziel des Fluges: Rückweg von Angriff auf Berlin
Am 6. März 1944 gegen 14.45 Uhr stürzte der amerikanische B-17 Bomber mit Namen „Shack Rabbits“ bei Twist/Neuringe ab. Der Bomber war auf dem Rückweg von einem Angriff auf Berlin von dem Hauptmann der deutschen Luftwaffe, Hugo Frey, 7. Staffel Jagdgeschwader 11, in Brand geschossen worden. An Bord brach Chaos aus, die zehnköpfige Besatzung versuchte mit Fallschirmen die brennende B-17 so schnell wie möglich zu verlassen. Dies gelang allerdings nur fünf der Männer, die anderen fielen und wurden in Lingen auf dem Friedhof für Kriegsgefangene bestattet. Die Überlebenden kamen in Kriegsgefangenenlager.
Absturzort: Twist, Aussichtsturm Bargerveen
Umstände: Luftkampf zwischen US-Streitkräften und deutschen Fliegern
Zeitpunkt des Absturzes: 10.02.1944
Maschine / Flugzeug (Modell): Bf 109 G6, Werknummer 201 745
Nation & Einheit: Luftwaffe der deutschen Wehrmacht, 4. Staffel, Jagdgeschwader 11
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Rudi Lennhoff, vermutlich abgestürzt, Verbleib unbekannt
Mission / Ziel des Fluges: Angriff von 143 Bombern und 466 Jagdflugzeugen auf Industrieanlagen in Braunschweig
Am 10. Februar 1944 flogen 143 amerikanische Bomber, begleitet von 466 Jagdflugzeugen, einen Bombenangriff auf Industrieanlagen in Braunschweig. Zwischen 11 Uhr und 13 Uhr dieses Tages kam es im Bereich der Grafschaft Bentheim und des Emslandes zu heftigen Luftkämpfen zwischen den amerikanischen Begleitjägern und den deutschen Jagdflugzeugen der Jagdgeschwader 1 und 11.
Beide Jagdgeschwader verloren an diesem Tag zusammen 35 Flugzeuge mit 15 Gefallenen oder Vermissten und sechs Verwundeten. Nicht weit von dieser Tafel stürzte am 10. Februar 1944 höchstwahrscheinlich der Unteroffizier Rudi Lennhoff nach einem Luftkampf in den Tod, der in Wunsdorf gestartet war. Er flog die ‚Weiße 3‘ und hatte insgesamt sieben gegnerische Flugzeuge abgeschossen. Unteroffizier Rudi Lennhoff ist bis heute vermisst.
Absturzort: Twist, Schöninghsdorfer Straße
Umstände: Luftkampf zwischen Bombern und Abfangjägern
Zeitpunkt des Absturzes: 24.02.1944
Maschine / Flugzeug (Modell): P-47D Thunderbolt 42-8636 „Luzon“
Nation & Einheit: USAAF 370 Fighter Squadron
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Abschuss des US-Piloten Albert Niccolai
Mission / Ziel des Fluges: Angriff auf Kugellagerfabrik in Schweinfurt
Am 24. Februar 1944 griffen amerikanische Bomber die Kugellagerfabriken in Schweinfurt an. Die Bomber wurden von Begleitjägern beschützt. 1st Lieutenant Albert Niccolai nahm mit seiner P-47 an diesem Einsatz von 18 Jägern teil um die Bomber zu eskortieren. Im Grenzgebiet bei Twist geriet er in einen Luftkampf. Dabei tauchte die deutsche Messerschmitt Bf-109 schnell ab und wurde von Albert Niccolai verfolgt. Mit seiner höheren Sturzgeschwindigkeit hatte er das deutsche Flugzeug bald im Visier. Weil er sich auf seine Beute konzentrierte, bemerkte Albert Niccolai nicht, dass er von einer anderen Bf-109 eingeholt wurde, die von Albert Boeckl von der 12. Staffel des Jagdgeschwaders 26 geflogen wurde. Das Flugzeug von Albert Niccolai wurde schwer getroffen und stürzte mit 650 km/h zu Boden.
Absturzort: Hoogstede, Am Schulfeld
Umstände: Abschuss des Bombers durch einen deutschen Nachtjäger
Zeitpunkt des Absturzes: 2. auf den 3. Juli 1942
Maschine / Flugzeug (Modell): Wellington Mk. IV „Z1381 UV-H“
Nation & Einheit: Royal Air Force, 460 Squadron
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Drei Crew-Mitgliedern starben; drei weitere wurde festgenommen, davon wurde der Sergeant Maxwell Wyllie bei einem Fluchtversuch 1943 erschossen; Sergeant William Reed floh nach Schweden.
Mission / Ziel des Fluges: Angriff von 325 Bombern auf Bremen
In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli 1942 flog die britische Royal Air Force mit 325 Bombern einen Angriff auf Bremen. Mehr als 1000 Häuser wurden getroffen. Der Weg der Bomber führte über die Grafschaft Bentheim. Ein Wellington Bomber geriet dabei ins Visier eines deutschen Nachjägers, der den Bomber abschoss. In der Chronik von Hoogstede steht, dass der Bomber vollkommen zerstört wurde und dass drei tote Besatzungsmitgliedern zusammen mit vielen Trümmern des Flugzeuges im Ort lagen. Auch wurden drei Überlebende aufgegriffen. Von der Besatzung wurde der Sergeant Maxwell Wyllie bei einem Fluchtversuch 1943 erschossen. Sergeant William Reed hingegen gelang die Flucht und er erreichte Schweden. Die drei Gefallenen wurden auf dem Friedhof in Lingen ohne Angaben der Namen beerdigt und 1947 zum Reichswaldfriedhof bei Kleve umgebettet.
Absturzort: Emlichheim, Oeveringer Straße
Umstände: Angriff des Luftwaffenpiloten Dietrich Schmidt, infolgedessen Notlandung des Bombers und Explosion des Flugzeuges
Zeitpunkt des Absturzes: 26.11.1943
Maschine / Flugzeug (Modell): Lancaster Mk III ‘DV247 AS-F’
Nation & Einheit: RAF 166 Squadron
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Sergeant Wilfred O’Malley und Sergeant Arthur Collins; beide gefallen
Mission / Ziel des Fluges: 443 Bomber unternahmen Angriff auf Berlin
Am 26. November 1943 starteten 443 britische Bomber zu einem Bombenangriff auf Berlin, bei dem das Zentrum schwer getroffen wurde. Auf dem Rückweg gegen 22.54 Uhr wurde die hier verunglückte Lancaster über der Grafschaft Bentheim von dem deutschen Nachtjäger Oberleutnant Dietrich Schmidt der 8. Staffel des Nachtjagdgeschwaders 1 angegriffen. Dieser war mit seiner Messerschmitt Bf 110 vom Flugplatz Münster-Handorf gestartet. Sgt. O‘Malley überlebte in seiner Lancaster zwar noch erfolgreich eine Notlandung, war aber in seinem Geschützturm gefangen. Als sein Kamerad Sergeant Arthur Collins versuchte, ihn zu befreien, explodierte die Lancaster und beide fanden den Tod. Auf dem Friedhof in Lingen wurden die gefallenen Soldaten beigesetzt und nach dem Krieg auf die Kriegsgräberstätte Reichswald bei Kleve umgebettet.
Absturzort: Laar, Schöpperts Diek
Umstände: Abschuss durch deutschen Nachtjäger
Zeitpunkt des Absturzes: In der Nacht vom 9. auf den 10.07.1943
Maschine / Flugzeug (Modell): Halifax B. Mk. II ‚JD216 EQ-P‘
Nation & Einheit: RCAF 408 Squadron
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Acht Crew-Mitglieder starben
Mission / Ziel des Fluges: Angriff auf das Industriegebiet in Gelsenkirchen durch 418 britische Bomber
In der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1943 bombardierten 418 britische Bomber Ziele in einem Industriegebiet bei Gelsenkirchen. Auf dem Weg zum Ziel wurde die Halifax gegen 01.15 Uhr über Bentheim von einem deutschen Nachtjäger gesichtet. Der deutsche Nachtjäger griff die Halifax sofort an und als Folge dieses Angriffs stürzte das Flugzeug um 01.20 Uhr in der Nähe brennend ab. Einem Bergungstrupp der Luftwaffe von dem Flugplatz Plantlünne gelang es, die komplette Besatzung zu bergen und alle acht wurden vorübergehend auf dem Friedhof in Lingen beigesetzt. Nach dem Krieg wurde die Besatzung 1947 auf die Kriegsgräberstätte Reichswald bei Kleve umgebettet.
Absturzort: Laar, Mittelweg / Wielener Straße
Umstände: Abschuss im Luftkampf
Zeitpunkt des Absturzes: 10.02.1944
Maschine / Flugzeug (Modell): Focke-Wulf 190 A7, Werknummer 430669
Nation & Einheit: Luftwaffe der Deutschen Wehrmacht, 1. Staffel / Jagdgeschwader 11
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Abschuss des Unteroffiziers Arno Mattes; gefallen
Mission / Ziel des Fluges: Rückweg der von 143 US-amerikanischen B-17 Bombern nach Angriff in Braunschweig
Am 10. Februar 1944 attackierten 143 amerikanische B-17 Bomber Ziele bei Braunschweig, geschützt durch 466 Jäger. Als deutsche Jäger des Jagdgeschwaders 11 die Bomber gegen Mittag auf dem Rückweg hier bemerkten, griffen sie die Flugzeuge an und beide Seiten wurden sofort in ein heftiges Luftgefecht verwickelt. Der Unteroffizier Arno Mattes versuchte in seiner Focke Wulf 190 A7 der 1. Staffel des Jagdgeschwaders 11 die Bomber zu erreichen, wurde aber von amerikanischen Jägern zu einem Ausweichmanöver gezwungen und abgeschossen. Mattes überlebte dieses Manöver nicht und starb bei dem Absturz. Beigesetzt ist Mattes auf dem deutschen Friedhof in Lingen.
Absturzort: Laar, Vechtetalstraße / Timmerweg
Umstände: k. A.
Zeitpunkt des Absturzes: k. A.
Maschine / Flugzeug (Modell): k. A.
Nation & Einheit: USAAF, P-38/P-47/P-51
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: unbekannt
Mission / Ziel des Fluges: k. A.
Nicht weit von hier stürzte ein amerikanisches Jagdflugzeug ab. Es ist nicht feststellbar, welcher amerikanische Pilot das Flugzeug geflogen hat. Es wurde damals weder ein Pilot gefangen genommen, noch wurden sterbliche Überreste gefunden. Das bedeutet, dass der Pilot mit dem Fallschirm abgesprungen sein muss und versucht hat, über die Fluchtlinie zurück nach England zu gelangen. Die Trümmer des Flugzeuges wurden weggeräumt. Es ist oft sehr schwierig, in den amerikanischen Unterlagen den Namen des Piloten zu finden, da bei der Befragung seiner Kameraden meistens nur gesagt werden kann, wo dieser Pilot zuletzt gesehen worden ist. Das war oft sehr weit entfernt und konnte bei Hannover sein – und das Flugzeug lag hier. So bleibt der Pilot für uns ein Unbekannter.
Absturzort: Emlichheim, Aatalstraße
Umstände: Angriff durch den deutschen Nachtjäger Herbert Lütje
Zeitpunkt des Absturzes: In der Nacht vom 17. auf 18.08.1942
Maschine / Flugzeug (Modell): Wellington Mk. IV ’Z1409 BH-A‘
Nation & Einheit: RAF Polish 300 Squadron
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: Absturz, Tod des Piloten, vier weitere Besatzungsmitglieder in Kriegsgefangenschaft
Mission / Ziel des Fluges: Angriff von 139 Bomber auf Ziele in Osnabrück und Rheine
In der Nacht vom 17. auf den 18. August 1942 bombardierten 139 alliierte Bomber Ziele in Osnabrück und Rheine. Auf dem Rückweg nach England wurde die hier verunglückte Wellington von einem deutschen Nachtjäger über der Grafschaft Bentheim angegriffen. Dieser wurde von dem Piloten Oberleutnant Herbert Lütje, 8. Staffel des Nachtjagdgeschwaders 1, geflogen. Das Flugzeug des RAF 300 Squadron „Mazowiecki“ flog mit einer polnischen Besatzung und stürzte infolge des Angriffs hier ab. Schwer verwundet überlebte der Pilot zunächst das Unglück, starb allerdings zwei Tage später im Krankenhaus in Lingen. Die vier verbliebenen Besatzungsmitglieder erreichten sicher die Niederlande, wurden aber kurz darauf verhaftet und als Kriegsgefangene nach Deutschland gebracht.
Absturzort: Emlichheim, Hahnenberger Diek
Umstände: Absturz in Folge Versagen des Sauerstoffsystems
Zeitpunkt des Absturzes: 26.11.1944
Maschine / Flugzeug (Modell): P-51 Mustang
Nation & Einheit: USAAF 55 Fighter Group 38 Fighter Squadron
Anzahl der Opfer und deren Verbleib: 1st Lieutenant Huey Raye Coward; gefallen
Mission / Ziel des Fluges: 1073 Bomber, begleitet von 688 Jägern Ziele in Norddeutschland
Am 26. November 1944 attackierten 1073 amerikanische Bomber Ziele in Norddeutschland, geschützt durch 688 Jagdflugzeuge. Eines dieser Flugzeuge war die P-51 „Mustang“ von 1st Lieutenant Huey Raye Coward. Dieser war aus der Formation gefallen und als sein Flügelmann dies bemerkte, versuchte er vergeblich ihn über Funk zu erreichen. Er folgte daraufhin Cowards Flugzeug und wurde Augenzeuge des Absturzes, sowie der dadurch verursachten Explosion. Deutsche Quellen berichteten zwar von einem Abschuss, aber wahrscheinlich liegt der Grund für den Absturz im Versagen des Sauerstoffsystems im Flugzeug, in dessen Folge Coward ohnmächtig wurde und die Kontrolle verlor. Coward wurde nach dem Krieg auf dem amerikanischen Friedhof in den belgischen Ardennen beigesetzt.
taNDem ist ein grenzüberschreitendes Kunst- und Kulturprojekt in der EUREGIO, welches sich an deutsche und niederländische Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende richtet. Durch das Stimulieren der Zusammenarbeit möchte taNDem die Kunst- und Kulturszene im Grenzgebiet verstärken und ein nachhaltiges, grenzüberschreitendes Netzwerk aufbauen. Neben der EUREGIO und der Emsländischen Landschaft beteiligen sich auch die Provinzen Overijssel und Gelderland sowie Cultuur Oost, Münsterland e.V, Landkreis und Stadt Osnabrück an dem Projekt. Gefördert wird es durch das INTERREG V Programm der Europäischen Union.
Eine neue Art der Begegnung
In einem jährlich stattfindenden Barcamp haben die Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffenden die Möglichkeit, sich zu treffen, sich auszutauschen und Tandems zu bilden. „Bei einem Barcamp gestalten die Teilnehmer den konkreten inhaltlichen Ablauf selbst“, erläutert Andre Sebastian. „Es ist eine neue Art der Begegnung. Ein Barcamp ist das, was die Teilnehmer daraus machen. Wir als Veranstalter legen lediglich das Oberthema und den Veranstaltungsort fest.“ Das Barcamp steht allen offen, die sich für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich Kunst und Kultur interessieren. Die Projektleitung lädt Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende – egal ob Profi oder Laie - ein, sich zu beteiligen und hier mögliche Partner von der anderen Seite der Grenze für ein gemeinsames Projekt zu treffen.
Grenzüberschreitende Kunst und Kultur
Zur Unterstützung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Bereich Kunst und Kultur kann jedes Tandem eine Förderung von bis zu 15.000 € aus dem Projekt erhalten. Die Tandems haben nach dem Barcamp die Gelegenheit, Projektideen einzureichen.
Mehr Informationen über das Projekt, Teilnahmebedingungen und Formulare gibt es auf der Webseite www.tandemkunst.eu.
Das Projekt “Kunstverbinding - Kunstverbindung” wird im Rahmen des INTERREG V A Programms Deutschland-Nederland durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), die Provinzen Gelderland und Overijssel, das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und das Wirtschaftsministerium des Landes NRW finanziell unterstützt.
Was würdest du mit 15.000 Euro machen?
Mit diesem fiktiven Budget kannst du deine Idee für ein deutsch-niederländisches Projekt entwickeln. OB bildende oder visuelle Kunst, Musik, Literatur, Film, Tanz oder Theater Performence, Fotografie oder interdisziplinäre Ansätze - wir setzten keine Grenzen.
Gewinne das Preisgeld in Höhe von 1500, 1000 oder 500 Euro!
Du kannst deine Projektskizze bis zm 10 Mai online einreichen. Die besten drei Ideen werden von einer fachkundigen Jury prämiert. Die beste Projektidee erhält zudem eine "Wild-Card" für die Umsetzung in dem erwateten Förderprojekt.
Wer kann teilnehmen?
Du studierst Kunst, Musik, Tanz oder andere künstlerische Fächer auf einer der Hoschschulen in der EUREGIO oder du hast deinen Abschluss in den letzten drei Jahren gemacht? Dann bist du hier genau richtig.
Fragen oder mehr Infos?
Alles über die Ideenskizze, Teilnahme und mehr:
www.tandemkunst.eu/callforideas
Ihr findet uns auch:
www.tandemkunst.eu.
Das Theaterpädagogische Zentrum Lingen (TPZ Lingen) ist eine Fachakademie für Theater, Spiel, Tanz, Zirkus und Medien in Trägerschaft der Emsländischen Landschaft e. V. Mehr als 50.000 Menschen besuchen es jedes Jahr.
Das TPZ Lingen ist das größte und älteste Theaterpädagogische Zentrum in Deutschland und hat seinen Sitz im historischen Professorenhaus im Zentrum Lingens. Herzstück ist ein urig-gemütlicher Theatersaal mit 130 Sitzplätzen und Bühne. Neben Übungsräumen, einer Werkstatt, einem Café und einem Erlebnishaus gehören zum TPZ auch ein Kostümfundus und eine Werkstattbühne.
Einige Angebote im Theaterpädagogischen Zentrum Lingen
Die Emsländische, die Ostfriesische und die Oldenburgische Landschaft haben sich mit der Nationalparkverwaltung "Niedersächsisches Wattenmeer" zusammengeschlossen, um im Jahr 2016 das Themenjahr "Land der Entdeckungen 2016" zu den Landschaftstypen "Marsch, Moor, Geest und Wattenmeer" im gesamten Nordwesten durchzuführen. Das Themenjahr wurde mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung am 3. März im Alten Landtag, Oldenburg, eröffnet und dauerte bis einschließlich Dezember.
Innerhalb dieses Zeitraums werden eine Reihe unterschiedlicher Veranstaltungen, Ausstellungen, Theater- und Konzertaufführungen bis hin zu Ausflügen per Rad und Schiff bis in die Niederlande angeboten. Ziel dieser neuen Marketingkooperation ist neben der Tourismusförderung vornehmlich die Stärkung der regionalen Identität und Vermittlung des einzigartigen charakteristischen Kultur- und Naturraumes im Nordwesten Deutschlands.
Einzelprojekte auf dem Gebiet der Emsländischen Landschaft:
Bei Fragen zu diesem Projekt können Sie sich gerne bei der Geschäftsstelle melden.
Mit dem Projekt „Bi mi to Huus - Lebendige Traditionen an Ems und Vechte“ führte die Emsländische Landschaft ihre Arbeit im Bereich des immateriellen kulturellen Erbes der Region fort. In der Zeit von Oktober 2019 bis April 2021 wurde es mit 100.000 € aus dem Topf LandKultur im Bundesprogramm für Ländliche Entwicklungen (BULE) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.
Die Projektpartner waren der Emsländische Heimatbund e.V., das Emslandmuseum Lingen und der Heimatverein Grafschaft Bentheim e.V.
Ziel von Bi mi to Huus war es, anhand von ausgewählten Teilprojekten einen interessanten Überblick über Traditionen aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim zu bieten. Brauchtum wurde hierfür in vielfältiger Weise dokumentiert und in ein virtuelles Museum überführt. Die Projekte bieten Einblick in das reichhaltige und lebendige Kulturerbe der Region.
Beteiligen konnten sich die Heimatvereine und Museen der Region. In vier Informationsveranstaltungen im Januar/Februar 2020 erhielten diese die Möglichkeit, sich näher über Ziele und Fördermöglichkeiten (jeweils bis zu 2.000 €) zu informieren. Danach wurden zehn Aufträge zur Umsetzung vergeben. Ziel war es, dabei auch die Öffentlichkeit in die Dokumentation und Präsentation regionaler Traditionen einzubinden. Aufgrund der Pandemiesituation, die die Arbeit erschwerte und Veranstaltungen unmöglich machte, war dies leider nur sehr bedingt möglich.
Innerhalb des Projekts entstandene Videos sind im YouTube-Kanal der Emsländischen Landschaft einsehbar.
Projektbegleitend wurden zwei Broschüren zu Themen der Arbeit mit dem Kulturerbe herausgegeben.
Bei Fragen zu diesem Projekt können Sie sich gerne bei der Geschäftsstelle melden.
Ihr findet uns auch hier:
Der Heimatverein Herbrum e.V. und Leher Pünte e. V. haben die bestehenden Texte und mündlich weitergegebenen Sagen zu den Aulken (Zwergengestalten) an der Ems gesammelt und unter anderem für eine kleine Publikation zusammengetragen. Die Bündelung der Quellen schließt auch den Liedtext und online eine Aufnahme zum sogenannten “Aulkenpottmarsch” mit seiner Entstehungsgeschichte mit ein. Bei einer öffentlichen Veranstaltung wurde das Arbeitsergebnis präsentiert.
Der Heimatverein Lathen e.V. hat die Arbeitsschritte vom Korn zum Brot dokumentiert. Auf einem Feld bei der zum Verein gehörenden Hilter Mühle wurde vom Einsäen per Hand bis hin zu den Abläufen bei der Ernte wie in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit entsprechenden Gerätschaften alles fotografiert und gefilmt. Weitere Schritte wie die Trocknung und das Dreschfest gehörten dazu. Den Kindern wurden im Erdholländer aus dem Jahr 1818 die Mahlvorgänge erklärt und dann das Korn gemahlen. Abschließend stellten sie im Spieker wie früher Brotteig her.
Das Erdöl-Erdgas-Museum Twist entwickelte eine Ausstellung über den strukturellen und gesellschaftlichen Wandel, den das Dorf Twist nach dem Zweiten Weltkrieg durch die erfolgreichen Erdöl- und Erdgasbohrungen der Firma Wintershall erlebte. In die landwirtschaftlich geprägte Gegend kam Straßenausbau, Wohnsiedlungen für zuziehende Arbeiterfamilien entstanden. Ortsbild und Bevölkerungsstruktur wandelten sich. Das alles nicht ganz ohne den Unmut der seit Generationen ansässigen Landwirte. Das Museum stellte Fotomaterialien, Zeitzeugeninterviews und aufgearbeitete Dokumente zusammen.
Der Heimatverein Holthausen-Biene e. V. betreibt die in der Region einzige komplett erhaltene Schuhmacherwerkstatt im „Holskehus“ beim Ludwig-Windthorst-Haus. Mit den Werkstätten ging auch das Wissen um die Holzschuhherstellung in den letzten Jahrzehnten weitgehend verloren. Die Kenntnisse von der Auswahl geeigneten Holzes bis zur stufenweisen Herstellung des Schuhs wurden von einem Mitglied des Heimatvereines an eine neue Generation Holzschuhmacher vermittelt und als Film dokumentiert. Der „Holskedag“ musste wegen der Corona-Pandemie in 2020 ausfallen. Eingesparte Gelder wurden in einen Tageslichtbeamer investiert, mit dem u. a. der Projektfilm für Besucher präsentiert werden kann.
Der Heimatverein Wietmarschen e.V. erarbeitete zusammen mit dem Wallfahrtsverein Wietmarschen e.V. eine Plakatausstellung zum örtlichen Doppeljubiläum: Das 800-jährige Bestehen der Marienstatue war darin ebenso Thema wie die Tatsache, dass 2021 die 100-jährige Wiedereinführung der zuvor über längere Zeit ausgesetzten Wallfahrtstradition anstand. Die Schaufensterausstellung im Ortskern mit ihren 18 Text- und Bildtafeln und einer Laufzeit vom Wallfahrtswochenende 2020 bis zum Herbst 2021 konnte jenseits aller pandemiebedingten Einschränkungen besucht werden. Weitere Gelder flossen in die Neugestaltung der Dauerausstellung des Vereins im Heimathaus.
Wie in den 1950er- und 1960er- Jahren der Kartoffelanbau von der Pflanzung bis zur Ernte erfolgte, zeigte der Heimatverein Darme e.V. In Gemeinschaftsaktionen wurde in für die Zeit typischer Kleidung der Acker vorbereitet, Kartoffeln wurden gepflanzt. In späteren Arbeitsschritten wurde Unkraut gehackt und die Kartoffelkäfer wurden beseitigt. Am Ende stand die gemeinsame Kartoffelernte unter Einsatz authentischer Maschinen. Alles wurde fotografisch und filmisch begleitet. Es entstand ein Film, der neben dem Kartoffelprojekt auch alle Arbeitsbereiche des Vereins zeigt.
Der Heimatverein Messingen e. V. hat seinen Blick auf das Gemeinschaftserlebnis Dorfkirmes gerichtet. Auch wenn die Kirmes 2020 ausfallen musste und deswegen geplante Film- und Fotoaufnahmen wegfielen, hat der Verein viel aus seinem Auftrag umsetzen können: Mehr als 1.700 mögliche Exponate an Bildmaterial, Faltblättern und anderen Dokumenten über die „Kämste up Dörp“ wurden für eine Ausstellung gesammelt. Daraus wurde zusätzlich eine umfangreiche Dokumentation angefertigt. Mit der Ausstellung „Unsere Messinger Kirmes“ ab Ende September 2020 und einer kleinen Eröffnungsveranstaltung konnte das frisch umgebaute Heimathaus eingeweiht werden.
Der Heimatverein Brandlecht/Hestrup e.V. hatte vier Veranstaltungen im und am Alten Bahnhof Hestrup geplant, die handwerkliche Traditionen ebenso zeigen sollten wie winterliches Brauchtum. Spinnen und Weben, das Backen von „Schoosollen“ (Neujahrskuchen) über offenem Feuer, Adventskranzherstellung sowie das Middewinterhornspiel mussten ausfallen. Einzig der Korbflechtkurs Ende Oktober konnte in kleiner Form durchgeführt werden. Trotzdem wurde in neue Middewinterhörner für die nächste Spielergeneration investiert, es entstand ein Erklärfilm auf Plattdeutsch, der Heimatverein ließ ein eigenes Schoosolleneisen schmieden und freigewordene Mittel flossen in eine bessere technische Ausstattung.
Der Heimatverein Grafschaft Bentheim e.V. hat sein Digitalisierungsprojekt pandemiebedingt einschränken müssen. Eine
Reihe von Kurzfilmen, die auf Grafschafter Sagen aus dem Buch „Die gläserne Kutsche“ basieren sollten, konnte nicht erstellt werden. Einer der bekanntesten Texte handelt vom sogenannten „Teufelsohrkissen“ an der Bentheimer Burg. Umgesetzt wurde jedoch die internetgerechte Digitalisierung von zehn vertonten Sagen, die nun direkt auf der Website des Vereins stehen. An den jeweiligen Spielorten der Sagen sind sie künftig über ein Schild mit QR-Code abrufbar.
Der Heimatverein Hoogstede-Arkel e.V. musste seinen Auftrag im Sommer absagen. Grundschulkinder sollten einen Nachmittag lang Spiele kennenlernen, wie sie die Großeltern- und Urgroßelterngeneration in ihrer Kindheit spielten: Sing-, Lauf- und Murmelspiele. Unter den gegebenen Umständen war es unmöglich, ganze Kindergruppen und viele ältere Ehrenamtliche des Vereins für eine Veranstaltung zusammenzubringen.
Die freigewordenen Gelder wurden auf die Heimatvereine Brandlecht/Hestrup e.V. und Wietmarschen e.V. umverteilt.
Aulken
Aulken
Vom Korn zum Brot
Vom Korn zum Brot
Gesellschaftlicher Wandel
Gesellschaftlicher Wandel
Holzschuhwerkstatt
Holzschuhwerkstatt
Suche Maria, finde Kraft
Kartoffelanbau wie früher
Kartoffelanbau wie früher
Tradition Dorfkirmes
Tradition Dorfkirmes
Winterabende bi us to Huus
Sagenhafte Orte
Sagenhafte Orte
Kinderspiele wie früher
Von 2016 bis 2018 war die Emsländische Landschaft Teil des Modellprogramms KuBi Regio, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur finanziert und inhaltlich von der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen (LKJ) begleitet wurde.
Dazu stellte das Land Niedersachsen bis Ende 2017 insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung. Die Emsländische Landschaft war eine von vier Landschaften in Niedersachsen, die in den Genuss der Fördergelder kamen, und nutzte die Finanzspritze u.a. für eine Erhebung, um sich einen möglichst umfassenden Überblick über die rund 600 kleinen Kulturvereinigungen und deren Ziele, Wünsche und auch Sorgen zu verschaffen.
Mit KuBi Regio konnten erste Ansätze aufgezeigt werden, welche Unterstützungsmaßnahmen es auch für kleinere Kulturanbieter gibt und wie den administrativen Anforderungen begegnet werden kann. Insbesondere konnten die Angebote der Emsländischen Landschaft und der LKJ Niedersachsen etwas bekannter gemacht, sowie kleinere Kulturakteure dazu ermutigt werden, Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch zu nehmen.
Unter den folgenden Links finden Sie weitere Informationen zur Förderung der kulturellen Bildung:
Bei Fragen zu diesem Projekt können Sie sich gerne bei der Geschäftsstelle melden.
Das Projekt „Sehnsucht neue Heimat – Ankommen im Nordwesten“ wurde im Jahr 2017 von der Emsländischen Landschaft, dem Landschaftsverband Osnabrücker Land und der Ostfriesischen Landschaft durchgeführt.
Die drei Landschaften hatten sich erstmalig zu einem Gemeinschaftsprojekt zusammengetan, um über kulturelle Projekte einen Beitrag zur Integration von Geflüchteten und Zugewanderten im ländlichen Raum zu leisten. In sechs Teilprojekten sollte über Theater- und Filmprojekte, Konzeption und Erstellung von Ausstellungen und gemeinsame künstlerische Betätigungen die Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Kriegs- und Fluchterfahrungen ermöglicht werden. Das Projekt mit einem Volumen von 94.700 € wurde aus Mitteln des Landes Niedersachsen mit 60.000 € gefördert.
Im Rahmen des Projektes wurden die folgenden sechs Teilprojekte gefördert:
Das Projekt „Sehnsucht neue Heimat – Ankommen im Nordwesten“ wurde als eines von fünf künstlerischen Projekten aus Niedersachsen und als einziges Projekt aus einem ländlichen Raum in die Best-Practice-Datenbank der Kultusministerkonferenz für Kulturprojekte von und mit Geflüchteten aufgenommen. Die Datenbank entstand auf Initiative der Kultusministerkonferenz der Länder und wird von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien unterstützt. Die Datenbank präsentiert herausragende kulturelle Projekte für, von bzw. mit Geflüchtete/n aus allen Bundesländern (www.best-practice-projekte.de). Aufgrund seiner Auszeichnung als Best-Practice-Beispiel wurde das Projekt zudem auf der V. Integrationskonferenz in Hannover im August 2017 vorgestellt und einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Im März 2018 fand „Sehnsucht neue Heimat – Ankommen im Nordwesten“ seinen feierlichen Abschluss bei der Filmpremiere von „Willkommen in Ostfriesland“ im Auricher Kino. Rund 170 Zuschauer nahmen an der Premiere teil, darunter viele Geflüchtete, die zu den Darstellern und Mitwirkenden des Filmes zählten. „Fremd ist nur derjenige, den wir nicht kennen“, heißt es an einer Stelle des Films. Einheimische und Zuwanderer einander näher zu bringen, sich gegenseitig kennenzulernen und auf diese Weise Barrieren abzubauen war ein wesentliches Ziel von „Sehnsucht neue Heimat“. Über Kunst- und Kulturprojekte wurde nicht nur das kreative Potenzial deutlich, das durch Zuwanderung entsteht. Zugleich erlaubten sie Einheimischen wie Neuankömmlingen eine Auseinandersetzung mit Flucht und Vertreibung – Ereignisse, die sich auch in der Geschichte längst einheimisch Gewordener wiederfinden.
Bei Fragen zu diesem Projekt können Sie sich gerne bei der Geschäftsstelle melden.
Anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 haben die Emsländische Landschaft und die Provinz Drenthe in Zusammenarbeit mit dem Emslandmuseum Lingen und Kunst en Cultuur aus Assen das immaterielle Kulturerbe der Regionen Emsland, Grafschaft Bentheim und Provinz Drenthe anschaulich in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Dabei sind wir neue Wege beschritten und haben durch Partizipation, Innovation und kulturelle Bildung zur Bewahrung, Vermittlung und Entwicklung unseres gemeinsamen kulturellen Erbes beigetragen.
Im Projekt „Grenzkultur“ haben sich über 30 Akteure aus Deutschland und den Niederlanden zu gemeinsamen Arbeitsgruppen zusammengeschlossen, um Themen wie „Raum“, „Sprache“, „Handwerk“ und „Feste“ in grenzüberschreitender Perspektive zu erarbeiten.
Mit einem umfangreichen Veranstaltungskalender haben wir zusammen mit zahlreichen Vereinen, Museen, Künstlern, Musikern, Handwerkern, Kunstschulen und Gemeinden ein repräsentatives Bild des immateriellen Kulturerbes der Grenzregion aufgezeigt und über fast vier Jahre Projektlaufzeit zu dessen Weiterentwicklung beizutragen.
„Grenzkultur“ ist auch Teil des deutschen Beitrags „sharing heritage“ zum Europäischen Kulturerbejahr und wurde durch Mittel des Interreg V - Programms der Europäischen Union sowie der Provinz Drenthe und des Landes Niedersachsen unterstützt.
Die Ausstellung „Bilderwald-Beeldenbos“ verkörpert auf perfekte Weise die Hauptanliegen von Grenzkultur. Nämlich die Verbindung von Tradition und Moderne und den Transport immateriellen Kulturerbes ins 21. Jahrhundert. Gleichzeitig ermöglicht die augmented reality eine anschauliche Verbindung von Materialität und Immaterialität und passt damit hervorragend zum Thema unseres Projektes.
Die Ausstellung Bilderwald geht on Tour:
24.11.2020 | Assen |
16.07.2021 | Schloss Clemenswerth, Sögel (abgesagt) |
30.07.2021 – 04.08.2021 | Heimatverein Messingen |
13.08.2021 – 15.08.2021 | Emslandmuseum Lingen |
28.08.2021 – 29.08.2021 | Preuvenement Assen |
06.09.2021 – 27.09.2021 | Bibliotheek Verhalenwerf, Hoogeveen |
30.09.2021 – 02.10.2021 | Luna, Leeuwarden |
03.10.2021 – 22.10.2021 | Bibliotheken Aa en Hunze, Gieten |
28.10.2021 | Dag Geschiedenis, Assen |
01.11.2021 – 26.11.2021 | Lathen |
26.11.2021 - 28.11.2021 | Kulturkreis Impulse, Freren |
28.11.2021 - 06.12.2021 | Heimathaus Schapen |
06.12.2021 – 15.12.2021 | Rathaus, Freren |
15.12.2021 - 31.12.2021 | Theater an der Wilhelmshöhe, Lingen |
Kooperationspartner
Ihr findet uns auch:
www.grenzkultur.eu
Zusatzinformationen
Abschlussausstellung Bilderwald
In Assen
In Assen
In Lingen
In Lingen
In Lingen
In Lingen
In Lingen
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"Grenzkultur" Logo
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Die Redner*innen
Die Redner*innen
Heimat, Zuhause und DU!
Alle reden immer von Heimat und Zuhause, aber was ist das eigentlich? Wie prägt dich dein Zuhause? Diese Fragen sollen im Rahmen des Projektes „Heimat, Zuhause und DU!“ genauer betrachtet werden. Das Ziel dabei ist es, eine modernere Perspektive auf den Heimatbegriff zu schaffen. Kreative Angebote sollen Kindern und Jugendlichen nicht nur den Anreiz, sondern auch die Möglichkeit geben, sich mit der Bedeutung dieser Begriffe auseinanderzusetzen.
Für Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren findet ein Malwettbewerb statt. Für Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren gibt es die Möglichkeit, sich bei einem Poetry Slam auszuprobieren.
Die Ergebnisse der beiden Projekte werden im Anschluss online zugänglich gemacht.
Zeige uns wie deine Heimat aussieht und stell uns dein Zuhause vor!
Das Projekt wird ermöglicht durch das FSJ Kultur und den BFD Kultur und Bildung.
Das Projekt „Heimat, Zuhause und DU!“ findet im Rahmen von „land.schafft – Förderung für kulturelle Freiwilligenprojekte in ländlichen Räumen“ statt. „land.schafft“ ist ein Projekt (2020–2022) der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung im Arbeitsbereich Freiwilliges Engagement und Ehrenamt. Es wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Zudem wird das Projekt gefördert durch die Freiwilligendienste Kultur und Bildung des LKJ Niedersachsen und die Niedersächsischen Sparkassen. „Heimat, Zuhause und DU!“ ist eine Kooperation zwischen der Emsländische Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim und dem Theater Osnabrück.
NEWS: Jetzt geht es endlich richtig los! Der Wettbewerb läuft bis zum 30.06.2022, bis dahin können die Materialien eingesendet werden. Wir freuen uns auf viele spannende und unterschiedliche Darstellungen des Heimatbegriffes! Die drei gelungensten Darstellungen erhalten eine besondere Anerkennung.
Unter dem Dach der Emsländischen Landschaft als Lead-Partner sowie der Ostfriesischen Landschaft und des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land taten sich 2017 die Historisch-Ökologische Bildungsstätte Emsland in Papenburg, die Katholische Landvolk Hochschule Oesede aus Georgsmarienhütte sowie das Evangelische Bildungszentrum Ostfriesland-Potshausen aus Ostrhauderfehn zusammen, um in ländlichen Räumen Projekte zur Bewältigung des demografischen Wandels zu entwickeln, zu erproben und in den Status der Weiterführung über das Projekt hinaus zu bringen.
Im Mittelpunkt der drei Teilprojekte in Georgsmarienhütte, in Ostrhauderfehn sowie in Papenburg mit Projektteilen in Haselünne, Walchum und Fresenburg einschließlich Düthe und Melstrup, standen Jugendliche und junge Erwachsene im Übergang von der Schule ins Erwerbsleben. Berücksichtigt wurden junge Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchthintergrund, sowie ehrenamtlich Engagierte. Sie sollen durch die Projektaktivitäten stärker in die sozialpolitischen Demografiestrategien ihrer Region einbezogen und beteiligt werden und eigene Ideen zur Bewältigung des demografischen Wandels aus der Sicht von jungen Menschen entwickeln. Eine positive Wahrnehmung ihrer Region und damit die Identifikation mit ihrer Heimat sollte dadurch gestärkt werden.
Die Erfahrungen mit diesem zweijährigen Projekt (01.11.2017 bis 31.10.2019) etwa in den drei beteiligten emsländischen Orten verdeutlichten eine große Bereitschaft junger Menschen, Aktivitäten für ihre ländliche Gemeinde gemeinsam zu entwickeln und mit der Kommunalpolitik in einen längerfristigen intensiven Dialog zu treten. In Haselünne beispielsweise konnten im März 2019 überzeugende Ergebnisse einer Kooperation der HÖB mit Schülern des St. Ursula Gymnasiums zum Thema „Zukunft – wohnen und leben am Beispiel der Stadt Haselünne“ vorgestellt werden. Die Facharbeiten, die aus diesem Teilprojekt hervorgingen, wiesen insgesamt ein überaus hohes Niveau auf. Seinen öffentlichkeitswirksamen Abschluss fand das Projekt „Lust auf Land“ im August 2019 bei dem von Jugendlichen der KLJB organisierten DorfBeat Festival in Walchum. Dieses Festival entstand in Kooperation der zwölf Jugendverbände innerhalb der Samtgemeinde Dörpen – ein Beispiel für den hohen sozialen Zusammenhalt im ländlichen Raum.
Fast schon überregional bekannt wurde das Gesamtprojekt „Lust auf Land“ durch ein Teilprojekt in Oesede. In einem Wochenend- Workshop texteten und komponierten, spielten und sangen sieben Teilnehmende, darunter auch Emsländer/innen im September 2018 gemeinsam mit einer Musikerin und einem Filmstudio ihr eigenes „Unser Lied vom Land“. Vor Ort wurden die Tonaufnahmen aufgenommen und geschnitten, damit anschließend ein Musikvideo gedreht werden konnte. Ob auf der EUROTIER oder über die Plattform Youtube - „Unser Lied vom Land“ findet seither eine weite Verbreitung.
Welche Erkenntnisse können aus dem Emslandplan für gegenwärtige und zukünftige Regionalentwicklungsprozesse gewonnen werden? Dieser Frage ist die Emsländische Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim in dem Projekt „EmslandPlanT – Historischer Transformationsprozess als Erfahrungsschatz für zukünftige Regionalentwicklung“ zwischen 2022 und 2024 nachgegangen. Am 3. Juni 2024 wurden bei der Abschlussveranstaltung im Kloster Frenswegen die Ergebnisse rund 100 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern vorgestellt.
Bereits in seiner Begrüßung verdeutlichte der Präsident der Emsländischen Landschaft und Landrat des Landkreises Emsland, Marc-André Burgdorf, dass der Emslandplan für die Region immens wichtig ist: „Der Emslandplan hat die Region nachhaltig verändert. Seine Maßnahmen legten die Grundlage für den heutigen wirtschaftlichen Erfolg.“ Diesem Urteil schloss sich auch der Vizepräsident der Emsländischen Landschaft und Landrat des Landkreises Grafschaft Bentheim, Uwe Fietzek, an: „Viele Modernisierungsprozesse wurden in der Grafschaft Bentheim durch den Emslandplan angestoßen. Es ist daher wichtig, diese Erfolgsgeschichte weiter zu erzählen.“
Ziel des Projektes „EmslandPlanT“ war es, den Emslandplan genauer unter die Lupe zu nehmen, um Gelingensfaktoren aus dem historischen Prozess für eine erfolgreiche zukünftige Regionalentwicklung zu gewinnen. Damals wie heute steht die Region wieder vor großen Herausforderungen. Management von Migration, Anpassung der Landwirtschaft oder Begegnung des Klimawandels sind nur einige Stichpunkte. In dem Citizen-Science-Projekt wurde unter Beteiligung von mehr als 400 Personen in Fach- und Bürgerdialogen über den Emslandplan und das, was ihn so erfolgreich gemacht hat, diskutiert. Dies betraf die Themenfelder strukturelle, energetische, gesellschaftliche und landwirtschaftliche Entwicklung.
Herausgekommen ist ein umfangreicher Leitfaden, der besonders auf die Rollen von Wirtschaft, Politik und der Bevölkerung eingeht. „Professionalität der Akteure, Schaffung von gemeinsamen Leitbildern oder auch die Einbindung externer Expertise sind nur einige der herausgearbeiteten Faktoren“, so Veronika Olbrich, Geschäftsführerin der Emsländischen Landschaft. Die Ergebnisse ergänzen wissenschaftliche Studien, die bereits Elemente der erfolgreichen Raumentwicklung des Emslandes herausgearbeitet haben. Professor Rainer Danielzyk, Inhaber des Lehrstuhls für Raumordnung und Regionalentwicklung an der Leibniz Universität Hannover, skizzierte in seinem Vortrag, wie die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann. Zukunftsfaktoren seien soziokulturelle Diversität, schonende Ressourcennutzung oder auch die wirtschaftliche Innovationsfähigkeit.
Projektleiter Dr. Benjamin van der Linde verdeutlichte in seinem Vortrag die geschichtliche Bedeutung des Emslandplans. „Im Rückblick werden Erfolgsfaktoren oftmals deutlicher, weshalb die Analyse historischer Prozesse bei der Regionalentwicklung berücksichtigt werden sollte“. Die Auswirkungen des Emslandplans sind in vielen Bereichen in Vergessenheit geraten. Die letzten Maßnahmen wurden in den 1980er Jahren umgesetzt.
Höhepunkt der Abschlussveranstaltung war die Übergabe der Ergebnisse an das Land Niedersachsen, vertreten durch Horst Wagenaar vom Amt für regionale Landesentwicklung. Dieser übermittelte die Grüße des Landesbeauftragten Nikolaus Jansen, der ausrichten ließ: „Das Projekt und die so breite Bürgerbeteiligung haben gezeigt, dass die Gestaltung von Transformationsprozessen eine gemeinsame Sache ist. Dies ungewöhnliche Projekt öffnet Perspektiven für die Regionalentwicklung und wird daher über das Emsland und die Grafschaft Bentheim hinaus auf Interesse stoßen.“ Das Projekt wurde durch das Land Niedersachsen, den Landkreis Emsland und den Landkreis Grafschaft Bentheim gefördert.
Aufbereitet wurden die Ergebnisse in einem ansprechenden Magazin, das kostenlos über die Emsländischen Landschaft bezogen werden kann. Das Ende des Projekts „EmslandPlanT“ ist für die Emsländische Landschaft zugleich Auftakt zum großen Emslandplan-Jubiläumsjahr, das von Mai 2025 bis Sommer 2026 im Emsland und der Grafschaft Bentheim stattfindet und auf breite Bürgerbeteiligung setzt.
Wer heute auf die Landkreise des ehemaligen Erschließungsgebietes der Emsland GmbH schaut, sieht Erfolgsregionen mit Vollbeschäftigung und hohem Wohlstand. Zukunftsforschern gelten insbesondere die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim als Regionen mit großem Potential. Angesichts der historischen Entwicklung der beiden Landkreise mag dies erstaunen, denn die Region hat in den letzten rund 70 Jahren weitereichende Veränderungen durchgemacht. Bis in die Gründungsjahre der Bundesrepublik waren weite Teilen des heutigen westlichen Niedersachsens besonders stark von Armut und vergleichsweise schlechten Lebensbedingungen betroffen.
Dieser heutige Zustand lässt erstaunen, denn bis in die Gründungsjahre der Bundesrepublik galt das Erschließungsgebietes des Emslandes als das „Armenhaus“ Deutschlands. Symbolisch dafür stehen die landwirtschaftlich nicht nutzbaren Moorflächen in den beiden damaligen Landkreisen.
Daher beschloss der Deutsche Bundestag 1950 ein Sonderprogramm aufzulegen, das den heute noch griffigen Namen „Emslandplan“ trug. Die 1951 gegründete Emsland GmbH übernahm die Aufgabe, die notwendigen Strukturmaßnahmen umzusetzen und so die Region nach vorne zu bringen. 1989 wurde die Emsland GmbH schließlich aufgelöst. Der 75. Jahrestag 2025 soll Anlass sein, den Emslandplan in seinen unterschiedlichen Facetten zu analysieren.
Wie war es möglich, das Emsland und die Grafschaft Bentheim so zu verwandeln? Welche Faktoren waren maßgeblich und welche Dinge liefen nicht so gut?
Die Emsländische Landschaft hat sich schon im Vorfeld des Jubiläumsjahres das Ziel gesetzt, dieses Thema weiter zu erforschen und mit den Akteuren der Region Emsland/Grafschaft Bentheim in einen Dialogprozess zu treten. Es gilt herauszufinden, was die Erfolgsfaktoren von früher waren und ob oder wie sie sich auf aktuelle Regionalentwicklungsprozesse übertragen lassen.
Am 26. September 2022 fiel der Startschuss zu diesem neuen Projekt mit dem Titel "EmslandPlant" im Moormuseum in Geeste.
Rund 60 Personen aus ganz unterschiedlichen Bereichen wie Geschichtsforschung, Kultur, aber auch Wirtschaft und Verwaltung aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim sind der Einladung zur Kick-Off Veranstaltung gefolgt. In seiner Begrüßung betonte der Präsident der Emsländischen Landschaft, Marc-André Burgdorf: „Unsere beiden Landkreise stehen derzeit vor großen Herausforderungen und Transformationsprozessen. Wir wollen für die Gestaltung dieser Transformation an die Erfolge des Emslandsplans anknüpfen.“
Das Niedersächsische Regionalministerium fördert die Emsländische Landschaft für diese Aufgabe mit einer Zuwendung in Höhe von 100.000 Euro. Regionalministerin Birgit Honé überreichte zum Kick-Off einen entsprechenden Förderbescheid. „Der Emslandplan hat nicht nur diese Region geprägt. Seine Erfolgsgeschichte prägt bis heute die Regionalförderpolitik in Niedersachsen. Und da wir wieder vor einem großen Wandel stehen oder vielmehr schon mitten drin sind, ist eine kritisch-konstruktive Reflektion des Plans ein wertvoller Beitrag für die Zukunft.“
Auch die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim beteiligen sich mit einer Kofinanzierung an dem Projekt der Landschaft.
Die Emsländische Landschaft setzt bereits im Vorfeld eines Themenjahres zum Jubiläum in Jahr 2025, in dem mehrere Veranstaltungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten stattfinden sollen, auf eine breite Beteiligung von regionalen Akteuren, mit denen man bis Ende 2023 in einem Dialogprozess mit dem Titel „EmslandPlant“ die Schwerpunkte des Emslandplanes unter Einbeziehung des historischen Wissens aus der Perspektive von heute bewerten will. Daniela Kösters, Geschäftsführerin der Emsländischen Landschaft, sieht es als wichtige Aufgabe an, das kulturelle Erbe der Region sichtbar zu machen und gemeinsam mit den Menschen darüber zu reden, welche Bedeutung der Emslandplan heute hat, auch um aus Geschichte zu lernen: „Gerade die Emsländische Landschaft als spartenübergreifender Kulturdienstleister in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim kann aufgrund ihres Netzwerks verschiedene Akteure an einen Tisch bringen und glaubwürdig und neutral diesen Prozess begleiten.“
Zum Einstieg gab es zwei Impulsvorträge, die das Thema Emslandplan aus unterschiedlicher Sicht beleuchteten. Dr. Michael Haverkamp, Leiter des Moormuseums stellte anhand vieler prägnanter Daten und Fakten dar, welche gravierenden Veränderungen die Region durch die Maßnahmen des Emslandplanes erfahren hat. Exemplarisch verwies er auf die enormen Eingriffe in die Moorlandschaft, welche damals als richtig und notwendig erachtet wurden, aber aus heutiger Sicht teilweise anders bewertet werden müssen.
Prof. Carl-Hans Hauptmeyer, Experte für Regionalentwicklung, der über viele Jahre zur erfolgreichen Entwicklung des metropolfernen Emslandes geforscht hat, konstatierte, dass der Erfolg dieser Region kein himmlisches Wunder gewesen sei, sondern das Ergebnis von harter Arbeit, strategischer Planung und Eigenverantwortung. Wie Haverkamp rief auch Hauptmeyer dazu auf, bei der neuen Transformation, vor der die Region stehe, unbedingt auch an den „ökologischen Fußabdruck“ zu denken und die Menschen mitzunehmen. Man solle dort beginnen, wo schon Initiative sei und anhand handlungs- und lösungsorientierter Reallabore modellhaft die Zukunft entwickeln.
In einer anschließenden Talkrunde wurde noch einmal deutlich, dass mit dem Geist des Emslandplanes, also mit einem gemeinschaftlich getragenen strategischen Vorgehen auch der aktuelle Transformationsprozess gelingen könne. Unter Begleitung der Firma Pro-t-in aus Lingen konnten die Teilnehmenden der Veranstaltung sich an Thementischen zu den verschiedenen Schwerpunkten des Emslandplanes in den Dialog einbringen, es entwickelten sich schon lebhafte Diskussionen.
Dr. Benjamin van der Linde, Historiker und bei der Emsländischen Landschaft federführend für die Koordination des Vorhabens, ist davon überzeugt, dass das Zusammenbringen ganz unterschiedlicher Gruppen große Synergien schafft: „Die alleinige historische Betrachtung des Emslandplanes ist nicht mehr zeitgemäß. Herausforderungen wie Wassermanagement, Torfabbau oder die Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels brauchen eine interdisziplinäre Herangehensweise“.
Nach dieser erfolgreichen Kick-off Veranstaltung sind alle Beteiligten gespannt auf die weitere Entwicklung. Denn gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt den Emslandplan unter die Lupe zu nehmen und nach den Vor- und Nachteilen bei der Umsetzung zu fragen. Es ist gut dreißig Jahre her, dass 1989 die zuständige Emsland GmbH abgewickelt wurde.
In Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Jugendkultur initiiert die Emsländische Landschaft das neue Projekt "JuKu". Hier wollen wir Jugendlichen und jungen Erwachsenen ermöglichen, die regionale Kulturlandschaft mitzugestalten und sie dabei unterstützen eigene Projekte und Veranstaltungen zu entwickeln und zu verwirklichen.
Interessierte können in Kleingruppen von mindestens zwei Personen ihre Ideen mit der Unterstützung von einem/einer Projektpaten*in aus der Fachgruppe Jugendkultur umsetzen. Für Projekte im Bereich Plattdeutsch oder regionale Geschichte stehen auch gerne die jeweiligen Fachbereiche der Emsländischen Landschaft und des Heimatbundes beratend zur Verfügung.
Förderrahmen:
Nicht förderberechtigt sind Projekte:
Antragsstellung:
Der Antrag muss von dem/der jeweiligen Projektpaten*in eingereicht werden.
Die Antragsunterlagen werden hier in Kürze bereitgestellt.
Telefon:
05931 153430
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einrichtung:
JAM
Telefon:
0160 5505785
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einrichtung:
Klangkultur Emsland
Telefon:
0591 9124513
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einrichtung:
Alter Schlachthof
Telefon:
05943 983623
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einrichtung:
Jugendhaus@21
Telefon:
05923 960511
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einrichtung:
Jugend- und Kulturzentrum Komplex
Telefon:
015122881661
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einrichtung:
Jugendberufshilfe Emsland
Telefon:
05921 961733
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einrichtung:
Landkreis Grafschaft Bentheim
Telefon:
05921 990801
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einrichtung:
Kulturzentrum Alte Weberei
Telefon:
05931 441440
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einrichtung:
Landkreis Emsland Jugendpflege
Telefon:
05921 990801
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website:
https://alteweberei.de/
Telefon:
05931 153431
E-mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website:
www.jam-meppen.de
Telefon:
05923 9605 0
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website:
https://www.komplex-schuettorf.de/
Telefon:
05943 983623
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website:
https://jugendhaus21.de/
Telefon:
0160 5505785
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website:
https://klangkultur-emsland.de/
Für viele, insbesondere für kleine Kulturinstitutionen wird es zunehmend schwerer, Aufmerksamkeit für ihre Aktivitäten und Angebote zu bekommen. Dabei scheint nicht die Vielfalt des Angebots das Problem zu sein, sondern dessen mediale Sichtbarkeit. Hinzu kommt die immer geringer werdende mediale Berichterstattung über das regionale Kulturgeschehen.
Mit der ersten Summer School am 19. & 20. Juni 2023 im Kolping-Bildungshaus Salzbergen wollen wir nun diesem Trend entgegenwirken. In einem zweitägigen Workshop mit drei spannenden Seminaren werden wir innovative Möglichkeiten aufzeigen, um in dieser schnelllebigen Zeit sichtbar zu bleiben.
„Öffentlichkeitsarbeit“ ist in Vereinen, Verbänden und anderen ehrenamtlich geführten Organisationen ein wichtiges Thema. Projekte und Aktionen sollen sichtbar gemacht und viele Menschen angesprochen werden. Termine von Veranstaltungen sollen bekannt gegeben werden und auch die Mitgliedergewinnung ist ein großes Thema.
Immer öfter werden dazu die sozialen Medien genutzt. Obwohl Facebook & Co. in aller Munde sind, gibt es viele offene Fragen „Warum sollen wir da überhaupt mitmachen? Auf welche Inhalte sollen wir setzen? Wie wird eine Fangemeinde aufgebaut und die Reichweite erweitert? Was müssen wir wissen bevor wir starten?“
Die zertifizierte Socialmedia-Beraterin Sabine Nuffer aus Nordhorn wird mit Antworten auf die Fragestellung „Socialmedia für Vereine?! Ist das was?“ das Thema beleuchten und für Fragen im Anschluss zur Verfügung stehen.
Als Instagram REEL, im WhatsApp-Chat und natürlich auf YouTube und der Website: auf unseren mobilen Geräten ist Bewegtbild omnipräsent. Aus gutem Grund: mit einem Video kann man so viel mehr erzählen, präsentieren und erlebbar machen.
Die Zeit des audiovisuellen Gestammels ist vorbei, denn mit dem Smartphone hast du eine super Kamera direkt in der Hosentasche. Dieser Deep Dive macht dich fit im „Storytelling mit dem Smartphone“ und gibt dir die nützlichen Tipps, die du wirklich brauchst und die dir viele Nerven sparen.
Andi Müller ist Online Marketing Manager und bietet mit Andi Rakete Seminare/Keynotes, Moderationen und Filmproduktionen an. Er hat 2012 den regionalen Fernsehsender ev1.tv (jetzt emsTV) mit aufgebaut und stand fünf Jahre lang vor und hinter der Kamera. Seine Begeisterung fürs Bewegtbild ist seither ungebrochen.
Im Schreibworkshop lernen Sie, wie Sie ansprechende Texte für Social-Media-Beiträge verfassen. Texte, die gelesen werden, mehr Follower erreichen und die Menschen zur Interaktion bewegen. Eva List zeigt Ihnen, wie Sie den wichtigen ersten Satz formulieren und was Sie tun können, damit Ihre Follower liken, teilen oder kommentieren. Es gibt einige sprachliche Tricks für wirksame Texte, die sie Ihnen persönlich aus über 20 Jahren Textarbeit verraten wird.
Nach dem Workshop sind Sie in der Lage, begeisternde Texte für Ihren Verein oder Ihre Organisation zu formulieren, die noch mehr Menschen erreichen und Ihre Social-Media-Präsenz verbessern.
Pia un de Appelkrise
In diesem neuen Projekt gestaltet, schreibt und zeichnet unsere BFD-lerin Julie Leffers ein plattdeutsches Bilderbuch zum Lesen, Ausmalen und Mitmachen. Ziel des Projektes ist es, jungen Kindern spielerisch und mit viel Spaß die plattdeutsche Sprache näherzubringen.
Das Buch dreht sich rund um das Thema Backen. Die Protagonistin muss Hürden überwinden, um ihre Geburtstagsparty noch zu retten. Ob es ihr wirklich gelingt, erfahren wir dann in dem Buch. Neben der Geschichte wird es auch ein Rezept zum Nachbacken geben und Ausmalbilder, die zum Buch passen.
Neben der Gestaltung des Buches wird Julie Leffers im Zeitraum Mai bis Juni ihr Buch auch in Grundschulklassen vorstellen und dort spielerisch mit den Schüler*innen das Buch erkunden und die plattdeutsche Sprache (kennen-) lernen. Dafür wird es außerdem ein Memory geben, welches die Schüler*innen selbst basteln können und den Zugang zum Plattdeutschen erleichtert.
Das Projekt „Pia un de Appelkrise“ wird durch die Freiwilligendienste Kultur und Bildung des LKJ Niedersachsen und die Niedersächsischen Sparkassen gefördert. Zudem gibt es eine Förderung seitens des Emsländischen Heimatbundes und der Emsländischen Landschaft.
Das Bilderbuch kann kostenlos bei uns bestellt werden.
Am 5. Mai 2025 jährt sich der Beschluss des Deutschen Bundestages zum Emslandplan zum 75. Mal. Am 5. Mai 1950 war der Antrag der Abgeordneten Heinrich Eckstein und Ben Povel zur „Erschließung der Ödländereien des Emslandes“ im Bundestag einstimmig angenommen worden. Ziel war es, das Emsland durch Einsatz staatlicher Mittel gezielt zu fördern und einen Weg heraus aus dem „Armenhaus“ zu ebnen. Ab 1951 wurde mit Gründung der „Emsland GmbH“ der Emslandplan in die Praxis umgesetzt. Von Meppen aus steuerte die Emsland GmbH Projekte in den beteiligten Landkreisen Aschendorf-Hümmling, Grafschaft Bentheim, Lingen, Meppen sowie zum Teil in den Landkreisen Cloppenburg, Bersenbrück, Leer und Vechta. Wenngleich der Emslandplan 1950 zunächst nur auf zehn Jahre ausgelegt war, wurde das Werk bis 1989 durchgeführt. Von 1989 bis 1991 wurde schließlich die „Emsland GmbH“ abgewickelt. Zwischen 1951 und 1989 wurden rund 2,1 Mrd. DM in den beteiligten Landkreisen investiert.
Am 5. Mai 2025 startet unter der Gesamtkoordination der Emsländischen Landschaft ein Jubiläumsjahr zum Emslandplan. Ein Jahr lang wird es an verschiedenen Orten im Emsland, der Grafschaft Bentheim und darüber hinaus Veranstaltungen, Ausstellungen. Vorträge, Lesungen, Konzerte und vieles mehr zum Thema „Emslandplan“ geben. Das Jubiläum steht unter dem Motto „Gestern – heute – morgen“ und wird den Emslandplan nicht nur historisch untersuchen und vermitteln. Seien Sie gespannt.
Nähere Informationen zum Jubiläum „75 Jahre Emslandplan“ sowie das Programm finden Sie ab April 2025 unter www.emslandplan75.de.
Am 5. Mai beschloss der Deutsche Bundestag einstimmig den Antrag der Abgeordneten Heinrich Eckstein und Ben Povel über die „Erschließung der Ödländereien des Emslandes“. Damit war der Emslandplan geboren. 2025 und 2026 wird das Jubiläum im Emsland groß gefeiert. Dieser Beitrag bildet den Auftakt einer Social-Media-Serie, die von der Emsländischen Landschaft, dem Emslandmuseum Lingen (@emslandmuseum) und dem Heimatverein der Grafschaft Bentheim (@grafschafterheimatverein ) eingespielt wird. Sie stimmt auf das 75. Jubiläum des Emslandplanes ein. Mehr Infos über 75 Jahre Emslandplan: https://www.emslaendische-landschaft.de/news/75-jahre-emslandplan-%E2%80%93-sei-dabei.html
Als der Emslandplan 1951 losging, wurde unter dem Begriff „Emsland“ ein größeres Gebiet als der heutige Landkreis Emsland verstanden. Dazu gehörten vor allem die drei Vorgängerlandkreise Aschendorf-Hümmling, Meppen und Lingen, sowie die Grafschaft Bentheim. Insgesamt wirkte die Emsland GmbH in acht Landkreisen.
Der gebürtige Bauernsohn aus Oberfranken lernte Landwirtschaft und arbeitete auf Betrieben in ganz Deutschland. Mitte der 30er-Jahre trat er in den Dienst des Grafen von Galen auf Gut Beversundern. In dieser Zeit heiratete er Klara Lübbers, eine Bauerntochter aus Altenlingen.
1940 wurde Eckstein Verwalter des Gutes Holsterfeld bei Salzbergen. In der Kriegszeit merkte man vor Ort, dass er nicht auf der Seite der Nationalsozialisten stand. Er unterstützte Nachbarn und half einem unter getauchten polnischen Kriegsgefangenen. Nach Kriegsende setzte er sich in besonderer Weise für die Flüchtlinge aus Ostdeutschland ein.
In der Zeit in Holsterfeld lernte Eckstein den Unternehmer Bernard Krone aus Spelle kennen, der seine politischen Talente erkannte. Eckstein trat in die neu gebildete CDU ein und saß für diese Partei 1946 bis 1948 im Lingener Kreistag. 1949 wurde er zum CDU-Direktkandidaten für den Bundestagswahlkreis Lingen-Bersenbrück gewählt.
Es gelang ihm, in dieser Hochburg der katholischen Zentrumspartei die Konkurrenten zu schlagen und er zog in den ersten Deutschen Bundestag ein.
Eckstein stieg in den Fraktionsvorstand der CDU/CSU auf und gehörte dem Haushaltsausschuss sowie dem Grenzlandausschuss an.
Am 5. Mai 1950 stimmte der Bundestag dem von Eckstein eingebrachten „Emslandplan“ zu. Im Vorfeld hatte Eckstein mit dem Grafschafter Bundestagsabgeordneten Ben Povel in Bonn ein „Emslandbüro“ eingerichtet und überall für den Emslandplan geworben. Darüber hinaus setzte Eckstein sich sehr für den Aufbau der Erdölraffinerie in Holthausen bei Lingen ein und beschaffte hierfür auch Investitionshilfen.
Bei der Wahl 1953 trat Eckstein erneut an und erreichte 65,1 Prozent der Stimmen, auch weil die Zentrumspartei ihn jetzt unterstützte. 1955 gelang es Eckstein, den Bundeskanzler Konrad Adenauer für ein Wahlkampfkundgebung in Lingen zu gewinnen.
1957 kandidierte Eckstein nicht erneut und gründete in Aschaffenburg ein Tankstellenunternehmen.
In der Grafschaft Bentheim fanden schon lange vor dem Emslandplan Bodenverbesserungen und Ödlandkultivierungen statt. Verantwortlich war hierfür die staatlich Deutsche Ödland Kulturgesellschaft (Dökult). Ab Mitte der 1920er Jahre wurde etwa nach der Markenteilung das 709 ha große Hestruper Feld bei Nordhorn kultiviert. Hierbei kam erstmals in der Region ein Dampfpflug zum Einsatz. Das urbar gemachte Heideland ging dann an die Eigentümer zurück oder an Siedler, die neue Bauernhöfe errichteten.
1929 besuchte eine Delegation der Bezirksregierung und der Handelskammer Osnabrück die Region zu einer Studienfahrt – die Teilnehmer zeigten sich entsetzt ob der Lebensverhältnisse in Emsland und Grafschaft.
1935 führte das NS-Regime die Reichsarbeitsdienstpflicht für junge Männer ein. Fortan bestanden in der Grafschaft Bentheim einige sogenannte RAD-Lager zu Kultivierungsarbeiten an den Moor- und Heideflächen. Motorkraft war hier nicht mehr gefragt – der Spaten war das Arbeitsmittel der Stunde.
Der Emslandplan ermöglichte den Umbruch von der traditionellen Landwirtschaft mit Muskelkraft in Kleinbetrieben zu leistungsfähigen und hochtechnisierten Agrarunternehmen.
In den Kriegs- und Nachkriegsjahren hatte die Versorgung der Bevölkerung mit ausreichenden Nahrungsmitteln für die Landwirtschaft oberste Priorität. Gleichzeitig waren Düngemittel und Maschinen Mangelware und die meisten Betriebe arbeiteten noch mit Pferdekraft. Kriegsbedingt fehlende Arbeitskräfte ersetzte man zunächst durch Kriegsgefangene und ab 1945 durch Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten. Größere Höfe hatten auch noch Heuerleute als Landarbeiter.
Ab 1948 änderte sich die Arbeitsmarktsituation durch die Entstehung der Erdölindustrie im Emsland grundlegend. Jetzt musste die Landwirtschaft rasch mechanisiert werden. Symbol dieses Umbruchs wurde der „Lanz Bulldog“, ein einfacher, preiswerter Ackerschlepper, der auch für kleinere bäuerliche Familienbetriebe erschwinglich war.
Die „Flurbereinigungen“ im Rahmen des Emslandplans mit der Zusammenlegung kleiner Ackerstücke, der Regulierung des Wasserabflusses und dem Ausbau der Wirtschaftswege schuf ab 1950 die Voraussetzungen für einen effizienten Einsatz von Maschinen in der Landwirtschaft.
Johann Dietrich Lauenstein war die prägende Person der ersten Phase des Emslandplanes (1951-1963). Seit 1950 war er Sonderbeauftragter fürs Emsland, 1951 wurde er Geschäftsführer der Emsland GmbH. Lauenstein hat selbst diesen Posten als „Krönung seiner Lebensarbeit“ angesehen. Geboren wurde er 1893 in Aurich, wuchs in Frankfurt/Oder, Berlin und Lüneburg auf, studierte später Jura und Verwaltungsrecht an den Universitäten Berlin, Tübingen und Göttingen. Nach dem Examen war er von 1921 bis 1926 als Regierungsassessor im preußischen Innen- und Finanzministerium tätig. Danach folgte die Position des Landrates von Sulingen, ehe er ab 1931 als Leiter der „Landstelle“ für die Provinz Ostpreußen im Zuge der „Osthilfe“, einem Unterstützungsprogramm für die Landwirtschaft in Ostpreußen, wirkte. 1935 bis 1939 leitete er als Geschäftsführer die Reichsumsiedlungsgesellschaft mbH, deren Ziel es war, Grundbesitzer neu anzusiedeln, die durch Wehrmachtszwecke enteignet worden waren. Hier wirkte Lauenstein u.a. bei der Gründung des Dorfes Rastdorf im Emsland mit. Danach übernahm er von 1940 bis 1944 die Leitung der Ostdeutschen Landwirtschaftsgesellschaft mbH mit Sitz in Berlin, die später zur Reichsgesellschaft für Landbewirtschaftung firmierte. 1944 wurde er auf eigenen Wunsch aus der Position entlassen und wirkte von Nov. 1944 bis Jan. 1945 als Landrat in Landsberg/Warthe (heute Polen), im März 1945 auch kurze Zeit als Landrat von Holzminden. Lauenstein lebte nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Privatmann. Eine Rückkehr in den Staatsdienst gelang ihm wegen der Entnazifizierungsbestimmungen und seiner frühen Zugehörigkeit zur Heeresverwaltung nicht. Lauenstein galt als durchsetzungsstark und mitunter eigenwillig. Für die Ziele des Emslandplanes scheute er keine Konflikte mit den unterschiedlichsten Stellen, Behörden und Ministerien. 1963 schied er als Geschäftsführer aus der Emsland GmbH aus und zog nach Göttingen. Bemerkenswert fürs Kulturleben ist zudem, dass Lauenstein maßgeblich bei der Gründung des Emsländischen Heimatvereins (heute -bund) mitgewirkt hat. Am 15. Dez. 1973 verstarb Lauenstein während der Jagd an Herzversagen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden politische Stimmen aus den Niederlanden laut, die eine Verschiebung der deutschen Grenze Richtung Osten forderten – teilweise bis zur Weser. Dies hätte das territoriale Ende der Grafschaft Bentheim bedeutet. Damit sollte im Krieg begangenes Unrecht, auch materiell, wiedergutgemacht werden. Der Uelsener Maler Wilhelm Frantzen stellte auf seinem Bild „Grenzbedrohung“ die Niederlande daher sehr düster dar.
Ein starkes Argument der Befürworter war die Vernachlässigung der Moorgebiete, übrigens auch in der Niedergrafschaft Bentheim. Während in den Niederlanden seit Jahrhunderten kultiviert worden war, lagen Moor und Heide diesseits der Grenze als Ödland ungenutzt – in einer Zeit des Hungers und der Not. Unter Landrat Dr. Rudolf Beckmann gründete sich der Bentheimer Grenzlandausschuß am 12.2.1947. Alle Regierungspräsidenten und die Landräte der 16 betroffenen Kreise im deutsch-niederländischen Grenzgebiet versammelten sich in Bentheim und organisierten fortan den Protest – aber auch die Verständigung mit dem Nachbarland. Die Verhandlungen endeten mit dem deutsch-niederländischen Ausgleichsvertrag vom 8.4.1960, der die Rückgabe der 1949 unter niederländische Verwaltung gestellten Grundstücke an die Bundesrepublik Deutschland und den Verlauf der gemeinsamen Grenze regelte. Damit war ein erster Schritt zum jahrhundertealten, freundschaftlichen Verhältnis von Deutschen und Niederländern getan. Die Aufgabe der Ödlandkultivierung war durch die Grenzbedrohung deutlich hervorgetreten. Die niederländischen Gebietsforderungen waren somit ein Geburtshelfer des Emslandplans.
Viele Ältere verbinden mit dem Emslandplan eigene Erinnerung an den Film „Moordämmerung“, den der Filmautor Hanz Weiszbach 1952 im Auftrag des damaligen „Bundesministeriums für den Marshallplan“ mit der „Neuen Deutschen Wochenschau“ produzierte.
Parallel zum Film gab die Emsland-GmbH 1953 ein Buch von Hanz Weiszbach heraus mit dem Titel: „Moor zum Leben erweckte – Wandlungen im Gesicht einer Landschaft“.
Der Film schildert vor dem Hintergrund der damals noch ungesicherten Ernährungs- und Energiesituation in Deutschland den Umbruch einer rückständigen Moorregion, die durch den Einsatz moderner Technik zu einer ertragreichen Agrarlandschaft und Energieregion wird – zum Nutzen für die eigene Bewohnung und für die gesamte Bevölkerung. In Stil und Text erinnert die „Moordämmerung“ an Wochenschauen früherer Jahre, wozu auch die pathetische Sprache und die Musik beitragen. Aus heutiger Sicht wirkt der Film daher schon äußerlich befremdlich. Damit wird aber auch deutlich, dass der Blick auf Moor und Ödland damals eine ganz andere Perspektive hatte als heute.
Dies beschreibt Hans Weiszbach auch sehr eindringlich in seinem Buch: „Noch knüpfen sich an das alte Gesicht des Landes die überlieferten Sagen der Vorfahren, und die Heimatvereine bewahren sie. Am liebsten möchten sie auch die Landschaft in ihrer ursprünglichen Gestalt bewahren. Am liebsten würden sie die Augen verschließen vor dem unaufhaltsamen Fortschreiten der Zeit, vor der gebieterischen Forderung nach der wachsenden Menschenzahl… - Den Heimpflegern zum Trost: jede Landschaft läßt ich zu einem Garten Gottes gestalten. Gestalten! Gott der Herr setzte den Menschen in den Garten Eden, daß er ihn baute und bewahre (1. Mos. 2, 15). Aber nicht, daß er ihn öde liegen lasse!“ (S. 17/18)
Die Ödlandkultivierung als göttlicher Auftrag – das sieht man heute in der Tat und selbst im Emsland etwas differenzierter.
Link zum Film: https://www.europeanfilmgateway.eu/detail/Moord%C3%A4mmerung/barch::576e853073a8b59213eca919a1532a2f
Wenn man wie beim Emslandplan anfängt, mit Pflügen in die Tiefe zu gehen und die Landschaft komplett umzugestalten, stellt sich die Frage, wie man mit den dort bereits befindlichen menschlichen Spuren umzugehen hat. Von Anfang an war bei der Emsland GmbH mitgedacht worden, die archäologischen Zeugnisse zu bewahren. Deshalb hatte man mit Dr. Elisabeth Schlicht eine Person angestellt, die in allen vier damals noch sogenannten „Emslandkreisen“ archäologische Denkmäler sichern sollte. Ab 1955 war sie ständige Vertreterin des Landesarchäologen. Schlicht war 1914 in Sögel geboren, studierte Ur- und Frühgeschichte in Göttingen, Marburg, München und Kiel und war ab 1948 Heimatpflegerin im Kreis Aschendorf-Hümmling, ab 1950 Geschäftsführerin des dortigen Heimatvereins und wurde 1953 schließlich Geschäftsführerin des gerade gegründeten Emsländischen Heimatvereins (ab 1967 Heimatbund). In dieser Funktion hat sie mit Weitsicht die Kulturarbeit vorangebracht. Dazu gehören u.a. das Emsland-Jahrbuch sowie die Einrichtung eines (wenn auch nur kurzzeitigen) Museums über die Geschichte des Emslandes im Meppener Gymnasium („Heimathaus Emsland“, ab 1958). Sie setzte sich darüber hinaus für den Erhalt der kulturgeschichtlich wertvollen Bauten und Gegenstände ein. Denn mit der Erschließung verschwanden historische Bauernhöfe und Bauern verkauften ihre alten Truhen an Antikhändler. Sie hatte den Blick für Kultur und Historie und dokumentierte diesen Verlust des kulturellen Erbes. Zudem machte sie in zahlreichen Vorträgen das Emsland über die Landesgrenzen hinaus bekannt und sorgte somit für die touristische Entwicklung der Region. 1963 verließ Schlicht, nachdem der Geschäftsführer der Emsland GmbH, Lauenstein, in den Ruhestand getreten war, das Emsland. Sie fand eine neue Wirkungsstätte am Landesmuseum in Hannover. Schlicht verstarb 1989 in Werlte. Der Emsländische Heimatbund und die Emsländische Landschaft werden in den Jubiläumsjahren 2025/26 Schlicht eine Wanderausstellung widmen und ihre Leistungen rund um Denkmal- und Naturschutz sowie in der Kulturarbeit herausstellen.
Über die Verabschiedung des Emslandplans am 05.05.1950 wurde auch in der Grafschaft Bentheim groß berichtet. Im Februar 1951 kam der Direktor der Emsland GmbH, J. D. Lauenstein, nach Nordhorn. Mit der Kreisverwaltung besprach man den Zehnjahresplan für die Grafschaft. Die Bürgermeister der Niedergrafschafter Gebiete stellten in einer Denkschrift ihre Sorgen und Nöte dar – der Emslandplan sollte hier Abhilfe schaffen. Schlechte bis keine Straßen, fehlende Entwässerung, eine Ödlandfläche von mehr als 15% der Kreisfläche – das waren die Probleme der Zeit. Der Emslandplan erschien vielen Grafschaftern wie ein Heilsbringer, der endlich andere Verhältnisse schaffen sollte.
Die meisten Haushalte im Emsland versorgten sich 1950 noch durch Brunnenwasser aus Hausbrunnen. Oft war deren Zustand mangelhaft: Abdeckungen fehlten, das Wasser war nicht sauber und die Pumpen mussten häufig noch von Hand betrieben werden.
Grundwasser war in ausreichender Menge vorhanden, aber die Wasserqualität war nicht gut. Untersuchungen in den Moorgebieten zeigten einen unzulässig hohen Anteil an Eisen, Mangan, Ammoniak und Huminsäure. Das Moorwasser roch unangenehm nach Schwefelwasserstoff.
Nach und nach wurde aus Mitteln des Emslandplans die öffentliche Wasserversorgung ausgebaut. Ende 1961 waren in den Kreisen Bentheim und Meppen über 65 Prozent, aber im Kreis Aschendorf erst 42 Prozent der Haushalte an eine zentrale Wasserversorgung angeschlossen.
Ein weiteres Problem war die Abwasserbeseitigung. Die Vechte war damals durch mehrere Industriebetriebe bereits stark verseucht. In der Ems und in der Hase war die Wasserqualität in den 50er-Jahren noch besser, doch durch die zunehmende Bevölkerungsdichte und die stärkere Industrialisierung zeichneten sich auch hier Probleme ab.
Die Notwendigkeit von Kläranlagen wurde in den Landgemeinden erst allmählich erkannt. 1959 waren erst in 14 Dörfern der Bau von Kläranlagen und die Verlegung von Leitungsnetzen für Abwasser angelaufen.
Im Zuge der Emslanderschließung war die Frage nach der „Heimat“ und dem Verlust von seit Jahrhunderten bestehenden Strukturen häufiges Thema. In Meppen hatte sich daher 1952 der Emsländische Heimatverein (ab 1967: Heimatbund) gegründet. Dieser stand in engem Austausch mit der Emsland GmbH. Kern der Tätigkeit war die Heimatpflege. Dafür war Dr. Elisabeth Schlicht (siehe Beitrag 10) als erste Geschäftsführerin angestellt worden. Sie hatte sich intensiv mit dem historischen Erbe des Emslandes beschäftigt und war Ideengeberin für die Einrichtung eines „Heimathauses“. Dies war erstmalig 1954 in der ehemaligen Landwirtschaftsschule in Meppen eingerichtet worden. 1958 wurde schließlich im Meppener Gymnasium das Heimathaus Emsland (neu) eröffnet, dessen Aufgabe darin bestand, eine „Heimstätte“ für die Heimatpflege zu sein. Hier befand sich eine Heimatbücherei, ein Archiv mit Urkunden, eine Bildersammlung sowie Berichte über Naturschutz und Landschaftspflege. Darüber hinaus wurde hier auch ein Museum eingerichtet, das die Emsländische Geschichte darstellte. Unterteilt war dies in die Abschnitte Moorlandschaft, Geestlandschaft und Flusslandschaft. Damit waren die drei wichtigsten landschaftlichen Kategorien des Emslandes abgedeckt. Das Museum stellte das alte Emsland sowie den Umbruch mit den Kultivierungsarbeiten dar. Gerade in einer Zeit, als im Emsland vieles neu entstand, traf das Heimathaus einen Nerv. Bis 1960 wurden 8.000 Besucher gezählt. Die Ausstellung zeigte das neue Gesicht der Landschaft, den Wandel in der Landwirtschaft anhand von Hausmodellen, aber auch den technologischen Fortschritt. Die in den Folgejahren organisierten Sonderausstellungen thematisierten immer wieder die Eigenheiten des Emslandes, zum Beispiel in Form von Geschichts- und Kunstausstellungen. Aufgrund von Platzmangel des Gymnasiums war dem Heimathaus allerdings nur eine kurze Lebensdauer beschert: Bereits 1963 musste das Museum den Anforderungen der Schule weichen.
Von den Erfolgen des Emslandplans wollte sich im Mai 1961 der Kreistag der Grafschaft Bentheim überzeugen. Die Fortschritte, etwa bei der Neuanlage des Ortes Füchtenfeld bei Wietmarschen beeindruckten die Politiker sehr. Bei der Bereisung der Niedergrafschaft, bemerkte man überdies die schlechten Wegeverhältnisse hautnah – der Reisebus blieb mehrfach in den Sandwegen stecken und fraktionsübergreifendes Schieben war angesagt! Der Ottomeyer-Pflug, im Einsatz in Getelomoor, beeindruckte alle Teilnehmer. Zweifel an der Notwendigkeit der Maßnahmen bestanden bei keinem der Teilnehmer.
Das viele Wasser war eines der Hauptprobleme im Emsland. Die Flüsse Ems, Vechte, Hase und Dinkel waren träge Tieflandgewässer mit zahlreichen Flussschleifen und weitgehend unbefestigten Ufern. In jedem Frühjahr drohten Überschwemmungen mit Schäden für die Landwirtschaft. In der gesamten Region war der Grundwasserstand ständig sehr hoch. In manchen Jahren blieb dadurch die Bestellung der Felder oft wochenlang unmöglich.
Ein wichtiges Projekt des Emslandplanes bildete daher die Flussregulierung. Bis 1962 wurden allein 38,2 Millionen D-Mark aus dem Haushalt des Bundesverkehrsministeriums für die Emsregulierung ausgegeben. Die Interessen der Flussanlieger waren naturgemäß unterschiedlich. Ein Ausbau im höher gelegenen Teil des Flusses hätte sich auf den Unterlauf ausgewirkt und dort die Hochwassergefahr erhöht.
Der größte Nebenfluss der Ems, die Hase, richtete mit ihren Hochwassern ebenfalls große Schäden für die Landwirtschaft an, bis der Flusslauf durchgängig ausgebaut wurde. Auch die Vechte, der größte Fluss in der Grafschaft Bentheim, wurde zum Schutz vor Hochwasser in den 50er-Jahren durch Begradigungen und Uferausbauten reguliert.
Viele der damaligen Maßnahmen werden heute durch die größeren Niederschlagmengen und häufigeren Hochwasser rückgängig gemacht oder modifiziert.
Mit der (land-)wirtschaftlichen Erschließung des Emslandes entwickelte sich das Emsland zu einer Touristenregion. Die ehemals als öde geltenden Weiten wurden nun aufgewertet, indem sie Reisenden Ruhe und Ausgleich zum Leben in den Großstädten boten. Besonders der Hümmling galt dabei prädestiniert, da er noch „urwüchsig“ und „ursprünglich“ sei. In den 1950er-Jahren wurde damit begonnen, den Tourismus langsam auszubauen. Es entstanden Werbeprospekte, oftmals in Verbindung mit dem bereits etablierten Landesverkehrsverband Ostfriesland e.V. Solche doppelten Flyer, die sowohl das Emsland als auch Ostfriesland abbildeten, wurden mehrmals aufgelegt. Sie zeigen typische Szenen, insbesondere fürs Emsland immer wieder Szenerien des Emslandplanes, wenn bspw. Ölbortürme abgebildet sind, die auch im Abschnitt „Emsland – Zukunftsland“ erwähnt werden. Kurios ist sicher die Schilderung, dass überall „neue Siedlungen mit freundlichen Friesenhäusern“ entstehen. Unterstützt wurde der Wandel zur Touristenregion auch durch die Emsland GmbH. Sie wies einigen Gemeinden Restmittel der Förderung für den Fremdenverkehr zu und sorgte 1971 dafür, dass das bekannte Merian-Heft für die Region erscheinen konnte. Damit hatte es das Emsland geschafft, deutschlandweit wahrgenommen zu werden. Dass Tourismus und die Förderung von touristischen Betrieben wichtig waren, wird auch in dem Prospekt des Ponyhofes Junkern-Beel sichtbar, auf dem sich das Emsland-Logo befand.
Beseitigung von Ödlandflächen – besonders in der Niedergrafschaft Bentheim – war ein Schwerpunkt des Emslandplans. Die gewaltigen Ottomeyer-Lokomobile und -Pflüge kamen in den 1950er Jahren etwa in Getelo oder Itterbeck zum Einsatz. Der Größenvergleich mit einem PKW verdeutlichte die Dimensionen dieser Maschinen. Gleichzeitig gehörte der Handtorfstich auch in dieser Zeit noch oft genug zum Alltag der Moorbauern in der Niedergrafschaft. Die Entwässerung der nassen Böden durch ein System von Gräben und Vorflutern schuf neben dem Tiefpflügen die Grundlage für die Gewinnung von Ackerland. 1950-54 flossen 2,5 Mio an Mitteln aus dem Emslandplan in die Verbesserung der Wasserwirtschaft in der Grafschaft.
Schon während des Zweiten Weltkriegs hatte man im Emsland Erdöl entdeckt, das aber unter den Bedingungen der Kriegswirtschaft im unwegsamen Moor nur schwer zu fördern war. Nach Kriegsende stellten die Niederländer bald Gebietsforderungen, bei denen es auch um das Erdöl und Erdgas im Untergrund ging. Der Emslandplan war eine Reaktion auf diese Forderungen der Niederländer.
In den 50er Jahren entstanden im südlichen Emsland und Grafschaft Bentheim zahlreiche Industriebetriebe zur Förderung und Verarbeitung des Emslandöls sowie zur Herstellung und Reparatur von Maschinen und Geräten für die Suche nach Erdöl und Erdgas. Einige dieser Betriebe sind heute weltweit tätig. 1954 nahm die Erdölraffinerie in Lingen den Betrieb auf..
Das im Emsland geförderte Öl ist sehr zähflüssig. Seine Förderung ist daher aufwendig und kostenintensiv. Seit den 60er-Jahren war es gegenüber den preiswerten Importöl kaum noch konkurrenzfähig. Zwar stammten 1982 noch 42 Prozent der deutschen Ölförderung aus dem Emsland. Insgesamt deckten diese aber nur noch etwa 2 Prozent des Ölverbrauchs in der Bundesrepublik.
Die Emsland GmbH wurde vor allem über ihre Geschäftsführer wahrgenommen. Georg Sperl folgte 1963 dem Gründungsdirektor Johann Dietrich Lauenstein. Sperl war geboren am 31.12.1910 in Klein Mühlingen (Sachsen-Anhalt). Er studierte Geodäsie von 1930 bis 1933 an der Technischen Hochschule in Berlin, schloss sein Studium als Vermessungsingenieur ab. Schließlich war er Vermessungsreferendar in Magdeburg, später Assessor des Vermessungsdienstes beim Kulturamt in Gera. Von 1939 bis 1945 war er Soldat der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam Sperl in das Gebiet der späteren BRD. 1945 war er Regierungsvermessungsrat im Kulturamt Verden, 1946 wurde er zum Kulturamt Osnabrück versetzt. Ab 1954 war er beim Kulturamt Bremerhaven mit Flurbereinigungsverfahren beschäftigt, ehe er 1959 als Oberregierungs- und Kulturrat die Leitung des Meppener Kulturamtes übernahm. Bereits in dieser Tätigkeit hatte er den Landwirten in verschiedenen Veranstaltungen die Vorteile von Flurbereinigungsverfahren erläutert. 1963 wurde er schließlich zum Direktor der Emsland GmbH ernannt. Mit ihm sind besonders die Flurbereinigungsverfahren sowie die Wirtschaftsförderung durch die Emsland GmbH verbunden. Zahlreiche ausländische Delegationen führte er durchs Emsland. Nach nur achtjähriger Amtszeit verstarb Sperl am 15. Mai 1971 an einer „schweren, heimtückischen Krankheit“.
1951 lebten in der Grafschaft Bentheim ca. 23.000 Flüchtlinge und Vertriebene – rund ein Viertel der Bevölkerung. Eine besondere Gruppe unter Ihnen war die Herrnhuter Brüdergemeine. Diese evangelische Freikirche bekam auf Vermittlung des Nds. Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf das frühere Kriegsgefangenenlager Alexisdorf im Ringer Moor als Wohnstätte und neuen Lebensort. Am 10. April 1946 zogen die ersten Flüchtlinge in die 24 Baracken ein. Gottesdienste fanden im früheren Casino der Wachmannschaften statt.
Viele der Angesiedelten sind ehemalige Landwirte. Für sie werden ab 1949 Siedlerstellen geschaffen. Mit viel Fleiß und finanziell gefördert durch öffentliche Gelder, auch aus dem Emslandplan, entstand hier ein völlig neuer Ort – Neugnadenfeld, das 1950 bereits über 1.000 Einwohner zählte. Nach Jahren in den alten Holzbaracken entstanden schöne Häuser und ein gepflegtes Ortsbild. Das Baumaterial musste oft per Schiff über den Coevorden-Piccardie-Kanal rangeschafft werden – jeder packte beim Ausladen mit an. Die neue Kirche und das Dorfgemeinschaftshaus wurden zu Zentren des dörflichen Lebens. Die Volksschule komplettierte 1956 das Bild; später konnte sogar ein kleiner Textilbetrieb angesiedelt werden – mitten im unwirtlichen Moor begann neues Leben zu blühen.
Gefördert durch:
Sitz der Emsländischen Landschaft e. V.
Schloss Clemenswerth
49751 Sögel
T: 05952 9323-0
F: 05952 9323-40
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Geschäftsstelle
Am Neuen Markt 1
49716 Meppen
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