Emsländische Geschichte 29

Emsländische Geschichte 29

Schwerpunkte des Bandes sind Beiträge zur Wirtschafts- und Parteiengeschichte. Udo Schwabe untersucht die Geschichte der Textilindustrie in der Obergrafschaft Bentheim mit den Standorten Schüttorf, Gildehaus und Bentheim vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zum Ende der Weimarer Republik. Dabei zeichnet er in den jeweiligen wirtschaftlichen Phasen die Entwicklung der einzelnen Unternehmen in einem schwierigen ökonomischen Umfeld nach.

Hans-Hagen Nolte beschäftigt sich mit der Abr. Beckmann Werft aus Papenburg, die als letzter örtlicher Segelschiffhersteller 1903 die Produktion einstellte. Neben der Geschichte der Besitzerfamilie geht er ebenfalls auf die einzelnen dort erstellten Segler ein.

Manfred Fickers und Erik Kleine Vennekate gehen einem „Wirtschaftskrimi“ nach. Sie stellten dar, wie ein Baggerhersteller aus dem Ruhrgebiet in Meppen und Fürstenau als Trittbrettfahrer die Emsland-Förderung im Rahmen des Emslandplans ausnutzte.

Im zweiten Schwerpunkt des Bandes beschäftigen sich zwei Untersuchungen mit der katholischen Zentrumspartei, die von 1871 bis in die 1950er Jahre die politischen Geschicke im Emsland prägten . Helmut Lensing führt seine Studie zur Geschichte der Zentrumspartei in der Provinz Hannover fort. Untersuchungsgegenstand sind die Haltung der katholischen Partei gegenüber dem Begehren der welfischen Deutsch-Hannoverschen Partei nach einer Trennung der Provinz Hannover von Preußen mit der Vorabstimmung 1924 und die Probleme der Partei mit den landhungrigen Heuerleute und den darbenden Arbeitern, die zu einer massiven Abwanderung an die linkskatholische Splitterpartei Christlich-Soziale Volksgemeinschaft führten. Die Untersuchung erstreckt sich auf die Hauptsiedlungsgebiete der katholischen Minderheit in der Provinz, betreffen also neben der Region Emsland/Grafschaft Bentheim auch Osnabrück, das Osnabrücker Land, Twistringen, Groß-Hannover, das Eichsfeld und den Raum Hildesheim.

Heinz Kleene legt in seiner Geschichte der Zentrumspartei im Emsland 1945 bis 1955 dar, wieso es im Emsland zu einer Sonderentwicklung kam. Im Gegensatz zu anderen katholischen Regionen konnte sich hier die CDU gegen die Zentrumspartei nach Kriegsende nicht umgehend durchsetzen. Insbesondere der Kreis Lingen blieb eine Hochburg der Partei, wo ein Zentrumsmann auch das erste Direktmandat zum Landtag gewann. Eine wichtige Rolle in seiner Arbeit spielt die damalige niedersächsische Schulgesetzgebung.

Im Rahmen des Projekts „Emsländische Burgenfahrt“ stellt Stefani Uchtmann nach dem kommentierten Originaltext von Alexander Geppert den aktuellen Forschungsstand zur Schärpenburg in Heede mit seiner „1000jährigen“ Linde dar.

Im Projekt „Biographien zur Geschichte des Emslandes und der Grafschaft Bentheim“ werden zwei neue Lebensläufe veröffentlicht. Es handelt sich um den Neuenhauser Torffabrikanten und konservativen Widerstandskämpfer Arnold Brill (Ingo Löppenberg) und die Kunstmalerin Antonie Müller aus Lathen (Prof. Dr. Volkmar Lent).

In die Endphase des Zweiten Weltkriegs führt ein Beitrag von Manfred Fickers, der aufzeigt, wie ein gescheitertes britisches Kommando-Unternehmen im April 1945 in Börgerwald noch 2006 die britische Regierung beschäftigte.

Museumsleiter Burghardt Sonnenburg stellte mit vielen Illustrationen Gebäude und Konzept des neuen Meppener Stadtmuseums an der Koppelschleuse vor.

Eingeleitet wird der Band mit der Rubrik „Natur und Umwelt“. Darin demonstriert Gerhard Busmann anhand zahlreicher Illustrationen, wie mit der NABU-Naturstation „Weiße Riete“ in Schüttorf aus einer monotonen Ackerfläche eine lebendige Naturoase zum Nachmachen geschaffen worden ist.

Abgerundet wird der Band mit zumeist plattdeutschen Gedichten von Wilhelm Elias Hana, Carl van der Linde, Ludwig Sager und Karl Sauvagerd.

Emsländische Geschichte 29, Meppen 2022, 540 S., 25,- Euro (zzgl. Versandkosten), ISBN 978-3-9821831-6-9

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