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29. September 2022

Emslandplan neu denken – Eine Chance für die Region?

Pressemitteilung


Emslandplan neu denken – Eine Chance für die Region?
Ministerin Honé überreicht Förderbescheid zum Kick-Off Termin


Wer heute aufs Emsland schaut, sieht eine Erfolgsregion: Vollbeschäftigung und hoher Wohlstand. Zukunftsforschern gilt das Emsland als eine Region mit großem Potential. Dieser heutige Zustand lässt erstaunen. Bis in die Gründungsjahre der Bundesrepublik galt das Emsland als das Armenhaus Deutschlands. Das Ruder herumgerissen wurde erst mit einem Sonderprogramm, das der Deutsche Bundestag 1950 beschloss, und den heute noch griffigen Namen „Emslandplan“ trägt. Die 1951 gegründete Emsland GmbH übernahm die Aufgabe, die notwendigen Strukturmaßnahmen umzusetzen und so die Region nach vorne zu bringen. Der 75. Jahrestag 2025 soll Anlass sein, den Emslandplan in seinen unterschiedlichen Facetten zu analysieren.
Wie war es möglich, das Emsland so zu verwandeln? Welche Faktoren waren maßgeblich und welche Dinge liefen nicht so gut? Die Emsländische Landschaft hat sich schon Vorfeld des Jubiläumsjahres das Ziel gesetzt, dieses Thema weiter zu erforschen und mit den Akteuren der Region Emsland/Grafschaft Bentheim in einen Dialogprozess zu treten. Es gilt herauszufinden, was die Erfolgsfaktoren von früher waren und ob oder wie sie sich auf aktuelle Regionalentwicklungsprozesse übertragen lassen.
Am 26. September 2022 fiel der Startschuss zu diesem neuen Projekt mit dem Titel im EmslandPlant im Moormuseum in Geeste.
Rund 60 Personen aus ganz unterschiedlichen Bereichen wie Geschichtsforschung, Kultur, aber auch Wirtschaft und Verwaltung aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim sind der Einladung zur Kick-Off Veranstaltung gefolgt.

In seiner Begrüßung betonte der Präsident der Emsländischen Landschaft, Marc-André Burgdorf: „Unsere beiden Landkreise stehen derzeit vor großen Herausforderungen und Transformationsprozessen. Wir wollen für die Gestaltung dieser Transformation an die Erfolge des Emslandsplans anknüpfen.“
Das Niedersächsische Regionalministerium fördert die Emsländische Landschaft für diese Aufgabe mit einer Zuwendung in Höhe von 100.000 Euro. Regionalministerin Birgit Honé überreichte zum Kick-Off einen entsprechenden Förderbescheid. „Der Emslandplan hat nicht nur diese Region geprägt. Seine Erfolgsgeschichte prägt bis heute die Regionalförderpolitik in Niedersachsen. Und da wir wieder vor einem großen Wandel stehen oder vielmehr schon mitten drin sind, ist eine kritisch-konstruktive Reflektion des Plans ein wertvoller Beitrag für die Zukunft.“
Die Emsländische Landschaft setzt bereits im Vorfeld eines Themenjahres zum Jubiläum in Jahr 2025, in dem mehrere Veranstaltungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten stattfinden sollen, auf eine breite Beteiligung von regionalen Akteuren, mit denen man bis Ende 2023 in einem Dialogprozess mit dem Titel „EmslandPlant“ die Schwerpunkte des Emslandplanes unter Einbeziehung des historischen Wissens aus der Perspektive von heute bewerten will.
Daniela Kösters, Geschäftsführerin der Emsländischen Landschaft, sieht es als wichtige Aufgabe an, das kulturelle Erbe der Region sichtbar zu machen und gemeinsam mit den Menschen darüber zu reden, welche Bedeutung der Emslandplan heute hat, auch um aus Geschichte zu lernen: „Gerade die Emsländische Landschaft als spartenübergreifender Kulturdienstleister in der Region Emsland /Grafschaft Bentheim kann aufgrund ihres Netzwerks verschiedene Akteure an einen Tisch bringen und glaubwürdig und neutral diesen Prozess begleiten. “
Zum Einstieg gab es zwei Impulsvorträge, die das Thema Emslandplan aus unterschiedlicher Sicht beleuchteten. Dr. Michael Haverkamp, Leiter des Moormuseums stellte anhand vieler prägnanter Daten und Fakten dar, welche gravierenden Veränderungen die Region durch die Maßnahmen des Emslandplanes erfahren hat. Exemplarisch verwies er auf die enormen Eingriffe in die Moorlandschaft, welche damals als richtig und notwendig erachtet wurden, aber aus heutiger Sicht teilweise anders bewertet werden müssen. Prof. Carl-Hans Hauptmeyer, Experte für Regionalentwicklung, der über viele Jahre zur erfolgreichen Entwicklung des metropolfernen Emslandes geforscht hat, konstatierte, dass der Erfolg dieser Region kein himmlisches Wunder gewesen sei, sondern das Ergebnis von harter Arbeit, strategischer Planung und Eigenverantwortung. Wie Haverkamp rief auch Hauptmeyer dazu auf, bei der neuen Transformation, vor der die Region stehe, unbedingt auch an den „ökologischen Fußabdruck“ zu denken und die Menschen mitzunehmen. Man solle dort beginnen, wo schon Initiative sei und anhand handlungs- und lösungsorientierter Reallabore modellhaft die Zukunft entwickeln. In einer anschließenden Talkrunde wurde noch einmal deutlich, dass mit dem Geist des Emslandplanes, also mit einem gemeinschaftlich getragenen strategischen Vorgehen auch der aktuelle Transformationsprozess gelingen könne.
Unter Begleitung der Firma Pro-t-in aus Lingen konnten die Teilnehmenden der Veranstaltung sich an Thementischen zu den verschiedenen Schwerpunkten des Emslandplanes in den Dialog einbringen, es entwickelten sich schon lebhafte Diskussionen.
Dr. Benjamin van der Linde, Historiker und bei der Emsländischen Landschaft federführend für die Koordination des Vorhabens, ist davon überzeugt, dass das Zusammenbringen ganz unterschiedlicher Gruppen große Synergien schafft: „Die alleinige historische Betrachtung des Emslandplanes ist nicht mehr zeitgemäß. Herausforderungen wie Wassermanagement, Torfabbau oder die Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels brauchen eine interdisziplinäre Herangehensweise“.
Nach dieser erfolgreichen Kick-off Veranstaltung sind alle Beteiligten gespannt auf die weitere Entwicklung. Denn gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt den Emslandplan unter die Lupe zu nehmen und nach den Vor- und Nachteilen bei der Umsetzung zu fragen. Es ist gut dreißig Jahre her, dass 1989 die zuständige Emsland GmbH abgewickelt wurde.

 

 Übergabe Förderbescheid durch Ministerin Honé. 

 

Dialogtisch: Politik und Gesellschaft

 

 

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